19 Wege im Urlaub von der Arbeit abzuschalten (Teil 2)


Foto: Zach Dischner, benötigte Lesezeit: 8 Minuten

Urlaub, Arbeit und Leistung

Menschen, die im Urlaub komplett von der Arbeit abschalten und dann entspannt an ihre Aufgaben herangehen,

  • leisten in der Regel mehr,
  • zeigen höheres Engagement,
  • sind zielorientierter
  • und beweisen mehr Eigeninitiative

als Menschen, die sich während des Urlaubs nicht von ihrer Arbeit lösen können und dadurch direkt auf einen Burnout zusteuern.

Nachdem du im ersten Teil 9 von 19 Maßnahmen kennengelernt hast, die du VOR deinem Urlaub in Angriff nehmen solltest, um dir eine entspannte Urlaubszeit frei von Arbeit zu sichern … erfährst du im zweiten Teil die restlichen 10 Maßnahmen, die du WÄHREND deines Urlaubs anpacken solltest, um einem Burnout möglichst lange aus dem Wege zu gehen.

Lass dich von der offensichtlichen Einfachheit der vorgestellten Maßnahmen nicht täuschen. Denn ihre Umsetzung wird dich noch vor große Herausforderungen stellen … Aber mit etwas Fleiß, Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen wirst auch du es schaffen. Viel Erfolg dabei!

10. Plane Puffertage ein

Plane am Anfang und am Ende deines Urlaubs 1-2 Puffertage ein, wenn du vorhast zu verreisen.

Nutze die Puffertage am Anfang, um vor dem Beginn deiner Urlaubsreise noch in aller Ruhe wichtige Besorgungen zu machen, Koffer zu packen, Reisedokumente auszudrucken, Blumen zu gießen … oder deine Nachbarn zu bitten, während deiner Abwesenheit den Briefkasten zu leeren.

Verwende die Puffertage am Ende deines Urlaubs, um nach einer längeren Reise einen sanften Übergang in deinen Arbeitsalltag zu ermöglichen. Packe in aller Ruhe deine Koffer aus. Sortiere deine Urlaubsfotos. Gewöhne dich wieder an die üblichen (frühen) Aufstehzeiten … und denk daran, dich bei deinen Nachbarn für das Leeren deines Briefkastens zu bedanken.

09. Mache niemals Urlaub mit Kollegen

Mache niemals Urlaub mit deinen Kollegen, wenn du ernsthaft vorhast, im Urlaub von der Arbeit abzuschalten.

Auch wenn deine Kollegen während des gesamten Urlaubs kein einziges Wort über die Arbeit verlieren werden, reicht allein ihre Präsenz aus, um dich zumindest mental immer wieder an Arbeitssituationen zu erinnern.

Entscheide selbst, ob du dir das antun willst.

08. Verbiete dir und anderen im Urlaub über Arbeit zu reden

Erteile im Urlaub dir und anderen ein striktes Verbot, über deine Arbeit zu reden.

Die Gelegenheiten sind verlockend. Du sitzt am Pool oder an der Hotelbar. Kennst keine Menschenseele. Eine der ersten Fragen, die du vermutlich gestellt bekommst … nach dem Klassiker „Wie lange sind Sie schon hier?“ … ist dann vermutlich „Und, was mache Sie beruflich?!“

Mach dir keine zu großen Gedanken darüber. Die meisten Menschen definieren sich in der heutigen Zeit hauptsächlich über ihre Arbeit. Schließlich verbringen sie auch einen Großteil ihrer Zeit mit ihr … Es ist ein relativ zuverlässiger Indikator, um erste Rückschlüsse auf Bildung, Vermögenslage oder Umgangsformen eines Gesprächspartners ziehen und ihn besser einschätzen zu können.

Das ist zwar alles schön und gut … jedoch eine riesengroße Katastrophe, um vom Arbeitsalltag abzuschalten.

Wenn du ganz viel Pech hast, konfrontieren dich deine Gesprächspartner sogar mit ihren persönlichen Problemen und erwarten dann von dir einen Ratschlag oder Handlung … z.B. „Sie sind doch Steuerberater. Wie kann ich dieses Jahr am besten Steuern sparen?“, „Klasse, ein Arzt! Ich habe mich heute morgen verhoben. Können Sie bitte schauen, ob es etwas Ernsthaftes ist?“

Ziehe in dieser Situation die Notbremse. Sag deinem Gegenüber, dass du im Urlaub bist und daher kein Interesse an Arbeitsthemen hast … Er oder sie wird es schon verstehen … Falls nicht, dann suche dir einen neuen Gesprächspartner.

Sprich mit deinem Gegenüber lieber über deine Tagesausflüge oder Hobbys … meinetwegen auch darüber, wie toll oder schlecht der Service im Hotel ist.

Die Hauptsache ist, dass das Wort „Arbeit“ dabei nicht fällt.

07. Lass deine Arbeitsunterlagen zu Hause

Lass alle deine Arbeitsunterlagen daheim.

Du hast Urlaub und willst es nicht riskieren, ständig an Arbeit erinnert zu werden … auch wenn du deine Unterlagen während des Urlaubs kein einziges Mal in die Hände nimmst.

Im schlimmsten Fall könntest du deine Arbeitsunterlagen am Strand oder auf einem Ausflugsboot verlieren … Je nach Brisanz der Informationen, könnten sich daraus im Nachhinein für dich oder deine Firma auch unangenehme Folgen ergeben.

Bedenke auch, dass Unterlagen in Papierform auch etwas wiegen. Vermeide daher zusätzliches Gewicht, das du mit dir herumschleppen musst … Reise im wahrsten Sinne des Wortes „unbeschwert“.

06. Halte dich von Emails fern

Komm im Urlaub nicht in die Versuchung, alle 10 Minuten deine Emails zu checken, weil du Angst hast, etwas Wichtiges zu verpassen.

Die heutigen technologischen Errungenschaften machen es zwar nahezu zu jeder Zeit und an jedem Ort möglich, du wirst aber dennoch nicht allen wichtige Dingen dieser Welt aufgrund ihrer Masse hinterherrennen können. Akzeptiere diese Wahrheit und mach dir das Leben leichter. Früher oder später werden dich schon Dritten auf wichtige Dinge hinweisen.

Arbeitsbezogene Emails im Urlaub sind noch schlimmer als Arbeitsunterlagen (siehe Tipp 07), die du beiseite legen kannst, wenn du die Nase voll von ihnen hast. Emails dagegen zwingen dich … wenn auch zeitversetzt … in Diskussionen einzusteigen, zu eskalieren oder einfach aktuelle Entwicklungen in der Firma mit zu verfolgen.

Am Ende macht es keinen Unterschied, ob du mit Anzug und Krawatte im Büro sitzt oder in einer Badehose am Strand hockst … Denn mental bist du die ganze Zeit über zu 100% bei deiner Arbeit.

Wie du es dir vielleicht schon denken kannst, hat das nichts mit Erholung am Hut … Spar dir das Geld für deine Reise und verbringe deine freie Zeit dann lieber gleich im Büro.

05. Schalte dein Mobiltelefon aus

Ignoriere geschäftliche Anrufe auf deinem Mobiltelefon … Wenn du das nicht kannst, dann schalte dein Mobiltelefon komplett aus.

Mobiltelefone sind im Vergleich zu Arbeitsunterlagen und Emails die schlimmsten Entspannungsdiebe … Wenn das Mobiltelefon klingelt, gehst du aus Gewohnheit sofort ran … es könnte ja etwas Wichtiges sein (siehe Tipp 06) … und beantwortest brav alle Fragen.

Wiederholst du dieses Vorgehen oft genug, erziehst du deinen Chef, Kollegen und Kunden dazu, dass du während deines Urlaubs grundsätzlich mit Arbeitsthemen belästigt werden darfst.

Das ist zwar eine sehr angenehme Situation für den Anrufenden, jedoch definitiv nicht für deine Psyche.

Genauso unangenehm ist es auch, wenn du dich selbst mehrmals pro Tag bei den Kollegen per Telefon meldest, um nachzufragen, ob alles in Ordnung ist … Vertraue ihnen einfach. Sie sind schon alt genug und kommen sicherlich ein paar Tage auch ohne dich zurecht.

Lass dein Geschäftshandy deshalb gleich daheim liegen oder richte alternativ eine Notfallnummer ein, auf der dich deine Urlaubsvertretung erreichen kann (siehe Tipp 15) … Viele Prepaid SIM-Karten erhältst du heute bereit für ein Appel und ein Ei an jeder Tankstelle oder im Drogeriemarkt.

04. Meide Social Media wie die Pest

Meide Social Media im Urlaub wie die Pest. Sie könnten dafür sorge, dass du trotz Email- und Mobiltelefon-Diät für dein Arbeitsumfeld dennoch erreichbar bleibst.

Die Grenzen zwischen privater und beruflicher Nutzung von Facebook, LinkedIn und Co. sind fließend … Einige deiner Freunde auf Facebook sind gleichzeitig auch deine Kollegen … Und einige deiner Geschäftskontakte auf LinkedIn behandelst du inzwischen wie deine engsten Freunde … Das wird sich auch in Zukunft kaum vermeiden lassen.

Es reicht deshalb aus, auf deiner Pinnwand ein paar Urlaubsgrüße zu hinterlassen oder ein tolles Urlaubsfoto hoch zu laden, um nicht nur von Freunden, sondern auch von penetranten Kollegen oder Kunden „als erreichbar“ wahrgenommen zu werden.

Wundere dich deshalb nicht über Rückmeldungen wie diese: „Schön von dir zu hören, dass du dich gut erholst. Kann dich leider per Telefon nicht erreichen. Kannst du dich bitte kurz bei mir melden?! Ist ganz dringend, wichtig, usw.“

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass du dich zurückmeldest?! Ich tippe auf 99,9%.

Übrigens … Dank der Like-Funktion auf Facebook oder dem simplen Copy & Paste landen einige deiner Urlaubsgrüße, Fotos und Vidoes sogar bei Menschen, denen du diese Inhalte lieber verschwiegen hättest … z.B. deinem Chef, der gerade darüber nachdenkt, dich zu befördern und gleichzeitig das Video von deinem ausgelassenen Tanz mit den Go-Go-Girls auf Mallorca anschaut.

Bilder auf Facebook, LinkedIn und Co. sagen mehr als 1000 Worte … Entscheide selbst, welche 1000 Worte es sein sollen oder lass deine Social Media-Aktivitäten am besten während des gesamten Urlaubs ruhen.

03. Sorge im Urlaub für Abwechslung

Sorge im Urlaub für ausreichend Abwechslung gegenüber deinem Arbeitsalltag, um dich von ihm zu lösen.

Wenn du als Programmierer viel am Schreibtisch sitzt, dann setze während deines Urlaubs auf sportliche Aktivitäten oder mache einen Roadtrip.

Wenn du als Handelsvertreter viel unterwegs bist, dann verbringe deinen Urlaub lieber auf einer einsamen Insel oder gleich in deinem eigenen Garten.

Schaffe Kontraste auf allen Ebenen, indem du genau das Gegenteil von dem machst, was für dich während deiner Arbeit „normal“ ist … Schlafe z.B. so lange wie du willst, mache keine festen Termine aus oder vertraue bei Entscheidungen allein deinem Bauchgefühl, anstatt noch irgendwelche Kennzahlen oder Testergebnisse heranzuziehen.

02. Konserviere deine positiven Urlaubserlebnisse

Konserviere deine positiven Urlaubserlebnisse, um sie bei Bedarf immer wieder abrufen zu können … Nicht nur während des Urlaubs, wenn du anfängst, wieder an deine Arbeit zu denken, sondern auch im Arbeitsalltag, wenn du irgendwann die Lust verspürst, dir einen gedanklichen Blitzurlaub zu gönnen.

Verknüpfe dazu deine positiven immateriellen Urlaubserlebnisse mit materiellen Dingen, wie z.B. Fotos, Postkarten oder irgendwelchen anderen Urlaubsmitbringseln.

Stelle diese Gegenstände an gut sichtbaren Orten in deinem Hotelzimmer, Wohnung oder Büro auf … und lass dich bei Bedarf von deinen positiven Urlaubserlebnissen berauschen, um in Null-Komma-Nichts von deiner Arbeit abzuschalten.

01. Häufiger ist mehr!

Die positive Wirkung eines erholsamen Urlaubs hält im Durchschnitt leider nur 1-3 Wochen nach … unabhängig davon, ob du 2 oder 6 Wochen an einem Stück im Urlaub warst. Wobei dein Urlaub idealerweise mindestens 1-2 Wochen lang dauern sollte.

Gönne dir deshalb häufiger eine Auszeit … Deine durchschnittliche Urlaubsdauer wird dadurch zwar kürzer ausfallen, dafür wirst du aber in der Summe länger von der positiven Entspannungswirkung deines Urlaubs profitieren können.

Deine Tricks im Urlaub von der Arbeit loszulassen?!

Wie schaffst du es, während des Urlaubs von deiner Arbeit loszulassen. Was hilft? Was wirkt kontraproduktiv? Teile deine Tipps und Tricks anderen Lesern im Kommentarfeld mit.

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