6 Warnsignale, dass du deine guten Vorsätze niemals umsetzen wirst


Foto: Tobyotter, benötigte Lesezeit: 10 Minuten, 1 Template

Hochkonjunktur für gute Vorsätze

Deine guten Vorsätze erleben nicht nur an Silvester und Neujahr ihre Hochkonjunktur.

Streit mit dem Partner, Arztbesuche oder Leistungsbeurteilungen sind ebenfalls beliebte Zeitpunkte für das Fassen deiner persönlichen und beruflichen Absichtserklärungen.

Die populärsten Vorsätze sind in der Regel: mehr Zeit mit der Familie und Freunden verbringen, Gewicht verlieren, mit dem Rauchen aufhören, mehr Sport treiben oder den nächsten Karriereschritt machen.

Gravierendes Problem guter Vorsätze

Das gravierende Problem deiner guten Vorsätzen ist jedoch, dass du sie selten bis niemals umsetzt.

Das erkennst du vor allem daran, dass du dieselben Vorsätze Jahr für Jahr aufs Neue fasst … in der naiven Hoffnung, dass du sie dadurch eines Tagen tatsächlich verwirklichen wirst.

Typische Warnsignale erkennen

Auf diesen einen Tag wirst du vermutlich ewig warten … wenn du nicht die sechs typischen Warnsignale beachtest und dagegensteuerst, um die Umsetzungschancen deiner guten Vorsätze zu erhöhen:

06. Du willst zu viele Vorsätze auf einmal umsetzen

Versuche nicht alle deine 5, 10 oder 20 Vorsätze auf einmal umzusetzen. Das wird dich nur überfordern … und du wirst jämmerlich scheitern.

Sei wählerisch und beschränke dich auf maximal 3 Vorsätze, die du zur gleichen Zeit umsetzen willst.

Wende die 80/20-Regel von Pareto an, wonach nur 20% deiner guten Vorsätze für 80% deiner Erfolge, Glücks, Fortkommens, usw. … verantwortlich sind. Die restlichen 80% deiner guten Vorsätze machen umgekehrt nur 20% deiner Erfolge, Glücks, Fortkommens, usw. … aus.

Auf welche 20% deiner guten Vorsätze willst du dich festlegen? … z.B.: 1) Gewicht verlieren, 2) mehr Sport treiben und 3) den nächsten Karriereschritt machen.

Noch besser ist es, wenn du dich zu Beginn nur auf die Verwirklichung von einem einzigen Vorsatz fokussierst … und nach dessen Umsetzung dir den nächsten Vorsatz greifst, z.B.: Gewicht verlieren.

Multitasking ist überbewertet und eine beliebte Ausrede von Menschen, die keine Prioritäten setzen können und sich mit durchschnittlichen Ergebnissen zufrieden geben.

05. Du hast keine Deadlines für die Umsetzung deiner Vorsätze festgelegt

Sobald du dich auf die Umsetzung deiner wichtigsten Vorsätze fokussiert hast, ist es für dich von entscheidender Bedeutung, dass du für jeden deiner guten Vorsätze eine Deadline (Fälligkeitsdatum) festlegst.

Ohne eine Deadline lässt du leichtfertig zu, dass du die Umsetzung deiner guten Vorsätze praktisch bis zum Ende deines Lebens hinauszögerst, z.B. eine Weltreise mache, häufiger Joggen gehen oder mehr Romane lesen.

Mache dir deshalb das Parkinsonsche Gesetz zunutze, wonach die Umsetzung deines guten Vorsatzes … unter Beachtung aller Naturgesetzte und Möglichkeiten … genau so lange dauern wird, wie viel Zeit du dafür einplanst.

Wie kannst du dir das praktisch vorstellen?

Nehmen wir an, du willst deine 70qm-Wohnung aufräumen. Wenn du keine Deadline bzw. ein Zeitlimit setzt, wirst du für das Aufräumen … aus meiner eigenen Erfahrung … vermutlich vier oder mehr Stunden benötigen.

Wenn du jedoch von Anfang an feststellst, dass du nur zwei Stunden Zeit hast, um das Chaos in deiner Wohnung zu beseitigen, dich zu duschen, deine Zähne zu putzen und dich anzuziehen, weil du danach Besuch bekommst … wette ich mit dir, dass du das Aufräumen auch in anderthalb Stunden schaffst und die restliche halbe Stunde dafür aufwendest, um dich selbst in Schuss zu bringen … und das bei gleicher Ergebnisqualität!

Bis wann willst du also deinen ersten guten Vorsatz realisieren? … z.B.: Gewicht verlieren bis 31.03.

Moment! … Du gehörst zu den Härtefällen, die ihre eigenen Deadlines nicht halten können?

Dann drück einem guten Freunde vorab 50, 100 oder 200 Euro in die Hand … deine Schmerzgrenze kennst du selbst am besten … und versprich ihm, dass er dieses Geld behalten darf, wenn du deinen guten Vorsatz bis zu einer bestimmten Deadline nicht umsetzt.

Verwirklichst du jedoch deinen guten Vorsatz, dann muss dir dein Freund das komplette Geld wieder zurückzahlen.

Diese Methode funktioniert in 99,9% der Fälle. Falls nicht, dann passe einfach die Höhe deines Geldeinsatzes nach oben an.

04. Du hast deine guten Vorsätze nicht konkretisiert

Die Fokussierung auf wenige Vorsätze und die Festlegung der Deadlines werden dich keinen Millimeter weiterbringen, wenn du dir nicht zu 100% darüber im Klaren bist, was sich hinter deinen wagen Wünschen konkret verbirgt.

Schau dir z.B. deinen Vorsatz „Gewicht verlieren bis 31.03.“ an und beantworte folgende tiefergehende Fragen:

  • Wie viel Gewicht willst du genau verlieren … 5kg, 10kg, 20kg?
  • Wo genau willst du Gewicht verlieren … am Bauch, Beinen, Po?
  • Wie willst du Gewicht verlieren … durch Fettreduktion, Muskelabbau?

Konkretisiere … basierend auf deinen Antworten … deinen anfangs vagen Vorsatz, der dann folgendermaßen klingen könnte: 10kg Fett am Bauch und Po abbauen, 2 kg Bauchmuskeln aufbauen = netto 8kg Körpergewicht verlieren bis 31.03.

Merkst du den Unterschied?

Dein Ziel wird für dich greifbar. Du weißt spätestens am 31.03. ganz genau, ob du dein Ziel erreicht hast oder nicht, weil du es messen, wiegen bzw. zählen kannst.

Keine Sorge! Das Beispiel ist nicht aus der Luft gegriffen. Jedes gut ausgestattete Fitnessstudio hat Geräte, die dir die Quantifizierung des Fett- und Muskelanteils in ausgewählten Körperregionen ermöglichen.

03. Du hast keinen Umsetzungsplan für deine guten Vorsätze erstellt

Du ahnst es schon … deine priorisierten und konkretisierten Vorsätze mit Deadlines bringen dir ebenfalls herzlich wenig, wenn du keinen Umsetzungsplan erstellst.

Überlege dir z.B., was du bei der Realisierung deines neu formulierten Vorsatzes … 10kg Fett am Bauch und Po abbauen, 2 kg Bauchmuskeln aufbauen = netto 8kg Körpergewicht verlieren bis 31.03. … alles beachten musst:

  • Wie willst du Gewicht verlieren? … Training, operativer Eingriff?
  • Welche Vorkehrungen musst du treffen … Gesundheitscheck beim Arzt?
  • Welche Übungen musst du machen … Liegestützen, Kniebeugen, Beinpresse?
  • Wo willst du die Übungen machen … zu Hause, im Fitnessstudio?
  • Welche Ausrüstung brauchst du dazu … Sportschuhe, Liegematte?
  • Wie musst du deine Ernährung umstellen … mehr Kohlenhydrate, mehr Eiweiße, weniger Fette?

Erstelle auf Basis deiner Antworten einen Umsetzungsplan für deinen guten Vorsatz …ggf. auch mit Zwischen-Deadlines, der dann wie folgt aussehen könnte:

  • Gesundheitscheck beim Arzt machen (04.01)
  • Im Fitnessstudio anmelden (06.01.)
  • Sportschuhe kaufen (07.01.)
  • Einführungstraining machen, Fitnessziele festlegen, Fitnessplan aufstellen (09.01)
  • Dienstags Bauchmuskeln trainieren (10.01., 27,01, usw.)
  • Donnerstags Po-Training durchführen (12.01., 19.01., usw.)
  • Aktuellen Fortschritt mit Fitnesszielen abgleichen und ggf. Fitnessplan anpassen (31.01)

Merkst du wieder einen Unterschied?

Ja, genau, du sprichst jetzt nicht mehr über Wolken-Kuckucks-Heim oder Wollte-Hätte-Könnte-Stadt, sondern über ganz spezifische Schritte, die dich zu einem konkreten Ziel führen, das du bis einer bestimmen Deadline erreichen willst.

02. Du hast Null-Komma-Null Motivation, die Umsetzung deiner Vorsätze bis zum Schluss durchzuziehen

Jetzt kommt der schwierigste Teil … Irgendwann verlierst du die Motivationen, die Umsetzung deiner guten Vorsätze bis zum Schluss durchzuziehen. Bleiben wir bei dem Fitness-Vorsatz-Beispiel …

In der ersten Woche strotzt du noch vor Selbstmotivation. Du hast ein klares Ziel, eine feste Deadline und einen detaillierten Umsetzungsplan vor Augen.

In der vierten Woche lässt deine Motivation langsam nach. Das einzige, was dich noch motiviert, ist der absehbare Verlust deiner 50 Euro an deinen besten Freund. Du hast ihm das Geld als Belohnung versprochen, falls du deine Fitnessziele nicht erreichst.

In der siebten Woche sind dir nicht nur deine Fitnessziele, sondern auch deine 50 Euro vollkommen gleichgültig … Du hast Null-Komma-Null Motivation und gibst die Umsetzung deines Vorsatzes auf halber Strecke auf.

Ich wage die These, dass du bei einem Einsatz von 5.000 Euro sicherlich ein paar Tage länger durchgehalten hättest.

Die elegantere Lösung dieses Problem besteht jedoch in der Beantwortung einer wichtigen Frage, die du dir bisher noch nicht gestellt hast: Warum willst du diesen guten Vorsatz überhaupt umsetzen?

  • Weil es sich deine Eltern wünschen?
  • Weil dich der letzte James Bond Film dazu inspiriert hat?
  • Oder weil du gerade ein unschlagbares Angebot von einem nahegelegenen Fitnessstudio erhalten hast?
  •  …

Du merkst selbst, dass deine Argumente nichts als „heiße Luft“ sind … und deine Motivation schneller zum Einsturz bringen werden als ein Kartenhaus.

Grabe in dir etwas tiefer und frage dich noch einmal: Warum willst du diesen guten Vorsatz wirklich umsetzen?

  • Weil du deine Lebenserwartung um 10 Jahre erhöhst und dann mehr Zeit mit deinem Partner, Kindern, Enkeln, usw. verbringen kannst.
  • Weil dir ein durchtrainierter Körper mehr Selbstvertrauen gibt und du bei anderen Menschen besser ankommst.
  • Weil du dir dadurch einen Ausgleich zu deinen Herausforderungen im Berufs- und/oder Privatleben schaffst und dabei den Alltag loslassen kannst.

Wie auch immer deine tief vergrabenen Argumente lauten mögen … bringe sie ans Tageslicht. Sie werden der Treibstoff für deine Motivation sein, die Umsetzung deiner guten Vorsätze bis zum Schluss durchzuziehen.

Bedenke aber immer, dass du ein Mensch und keine Maschine bist. Gönne dir einmal in der Woche eine Pause von der Umsetzung deiner Ziele. Belohne dich z.B. jeden Samstag für deine Fitness-Strapazen mit Fast-Food-Sünden wie Burger, Pizza oder HotDog.

01. Du legst keinen Wert auf Dokumentation

Wenn du bis hierher gekommen bist und die ersten fünf Warnsignale des Artikels gewissenhaft durchgearbeitet hast, dann hast du schon die „halbe Miete“ sicher.

Um aber auch die zweite Hälfte der Miete zu kassieren, ist es für dich wichtig, dass du deine Ergebnisse schriftlich dokumentierst. Denn dein Gehirn ist wie ein Sieb und weiß spätestens nach vier Wochen nicht mehr, was, wie und warum du machen wolltest.

Verschwende dafür jedoch nicht zu viel Zeit. Konzentriere dich lieber mehr auf die Umsetzung deiner Vorsätze. Deine Dokumentation soll dir lediglich als Erinnerungsstütze und Strukturhilfe dienen.

Ein DIN A4-Blatt mit den drei groben Kategorien

  • Was? (Konkretes Ziel und Deadline)
  • Wie? (Umsetzungsplan)
  • Warum? (Motivation)

ist vollkommen ausreichend. Hier ein fertiges Template für deine guten Vorsätze.

Drucke das Template aus, befülle es und hänge an einem gut sichtbaren Ort auf.

Das war’s!

Dein Erfolgsrezept für die Umsetzung guter Vorsätze

Woran merkst du, dass die Umsetzung deiner guten Vorsätze in Gefahr ist? Wie stellst du sicher, dass du deine Vorsätze auch tatsächlich umsetzt?

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2 Responses to “6 Warnsignale, dass du deine guten Vorsätze niemals umsetzen wirst”

  1. tamtam Dezember 20, 2011 at 4:47 pm #

    Ich habe für mich den Guter-Vorsatz-Service von Mobil/BKK entdeckt. Damit kann man sich täglich, wöchentlich, monatlich oder zufällig per Email an seine Vorsätze erinnern lassen http://gute-vorsaetze.bkk-mobil-oil.de

    • Alexander Januar 31, 2012 at 12:02 am #

      @tamtam: Besten Dank für den nützlichen Link 😉

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