Auf Reisen wie die Queen übernachten und dafür fast nichts bezahlen!

Queen
Foto: archer10 (Dennis) (CC BY-SA 2.0), benötigte Lesezeit: 7 Minuten

Langeweile im Überfluss

Du hast viele Möglichkeiten auf geschäftlichen und privaten Reisen zu übernachten. Die langweiligste und teuerste Variante ist es, dich in einer anonymen Hotelkette einzuquartieren. Hier findest du die idealen Bedingungen, um nach einem anstrengenden Tag, eine warme Dusche zu nehmen, dich aufs Bett zu werfen und vor der Glotze einzuschlafen … während das Leben an dir vorbeizieht.

Teure Verschwendung deiner Lebenszeit

Für dieses unvergesslich langweilige Erlebnis darfst du natürlich auch ein Vermögen ausgeben … im Schnitt 50 – 500 Euro … pro Nacht versteht sich! Du hast Glück, wenn es nicht dein eigenes Geld ist, sondern das deines Arbeitgebers, deiner Kunden oder deiner Eltern.

Keine Freunde fürs Leben

Wenn du Pech hast, findest du an der Hotelbar verzweifelte Gestalten, die anstatt den Barkeeper lieber dich mit ihren öden Geschichten zumüllen. In solchen Momenten wünschst du dir nichts sehnlicher als eine Familienpackung Ohropax … Zur Abwechslung triffst du auch auf scheinbar stumme Zeitgenossen in den Fahrstühlen, Fitnessräumen und Saunaanlagen. Diese würdest du am liebsten reihenweise zu Small-Talk-Kursen für blutige Anfänger hinschicken … wobei du schon jetzt weißt, dass es bei vielen reine Ressourcenverschwendung wäre und ihr niemals Freunde fürs Leben werdet.

Licht am Ende des Tunnels

Auf geschäftlichen und privaten Reisen gibt es Momente, da kann die Abgeschiedenheit und Langeweile einer anonymen Hotelkette  ein Segen sein. Es muss aber kein Dauerzustand bleiben. Wann auch immer du die Lust verspürst, auf deinen Reisen

  • eine größere Portion Spannung und Abenteuer als bisher zu erleben,
  • deine Gedanken und Ideen mit anderen Menschen auszutauschen und weiterzuentwickeln,
  • neue Seiten (z.B. Bars, Clubs, Museen, Theater…) einer Stadt oder eines Landes abseits der Touristenrouten zu entdecken,
  • neue Bekanntschaften und Freundschaften zu schließen oder zu vertiefen
  • und in vielen Fällen dafür nur einen Bruchteil deiner bisherigen Übernachtungskosten zu zahlen,

dann hast du folgende Optionen zur Auswahl. Die Entscheidung liegt … wie immer … nur bei dir:

08. Nachtzug

Der Nachtzug ist eine relativ ungewöhnliche, dafür aber eine sehr abwechslungsreiche und effiziente Art zu übernachten. Anstatt deine wache Zeit tagsüber für das Reisen zu opfern, kannst du dich lieber im Schlaf während der Nacht von A nach B bewegen. Auf diese Weise gewinnst du mehr Zeit für deine eigentlichen Aufgaben, z.B. das Geschäftliche oder Sightseeing. Du kommst am Zielort munter an und brauchst dich nicht erst einmal von einer kräfteraubenden Autofahrt zu erholen … Du sparst dir teure Hotelübernachtungen und musst lediglich nur das Zugticket bezahlen. Bei der Deutschen Bahn gibt es viele Nachtzugreisen bereits ab ca. 60 Euro. Eine meiner spannendsten Nachtzugfahrten habe ich auf der Strecke „Shanghai – Peking“ gemacht.

07. Hostel

Die meisten Hostels haben längst den schmuddeligen Charm einer klassischen Jugendherberge mit Gemeinschaftsduschen, 10er-Zimmer und herumalbernden Schulkindern verloren. Wenn du willst, kannst du dir auch ein Doppelzimmer mit eigenem Bad buchen. On top gibt es aufgeschlossene Menschen in der Lobby, die mit dir fast über jedes Thema mitdiskutieren können und dich auf neue Ideen bringen. Menschen, die in Hostels übernachten, wollen etwas erleben. Schließe dich einer Gruppe an … Entdecke mit ihr neue Eisdielen, Bars, Clubs, Sehenswürdigekeiten … Oder Lerne einfach interessante Menschen kennen. Schau dich dazu z.B. auf Hostelworld oder Hostelbookers um.

06. Hausboot

Wenn dir Nachtzüge und Hostels nicht aufregend genug sind, dann kannst du dir ein Hausboot zum Übernachten mieten. Eine der wunderschönsten Hausbootstädte ist übrigens Amsterdam. Auf Houseboathotel, Houseboat-Rental-Amsterdam und Apartments-Houseboats-Amsterdam findest du zahlreiche Angebote.

05. Studentenwohnheim

Zu Zeiten von Großveranstaltungen und Messen sind günstige Übernachtunsmöglichkeiten schnell vergriffen. Es bleiben meist nur Wucher-Angebote übrig, die ein Normalsterblicher kaum bezahlen kann. In diesem Fall lohnt es sich für dich, bei den örtlichen Studentenwerken anzufragen. Einige Studentenwerke schwimmen nicht gerade in Geld und freuen sich, ihre leerstehenden Unterkünfte auch an Nicht-Studierende günstig zu vermieten.

04. Private Zimmervermietung

Auf Plattformen wie Airbnb oder Wimdu kannst du dich für ein paar Tage oder Monate in die Zimmer, Wohnungen, Häuser, Burgen und Schlösser anderer Menschen einmieten. Führe ein Leben wie die Queen. Die Übernachtungskosten sind in der Regel um ein Vielfaches niedriger als in den etablierten Hotels. Außerdem kommst du in den Genuss einer individuellen Einrichtung, anstatt dich dem schmucklosen Einheitsbrei einer Hotelkette auszusetzen.

03. Zwischenmiete

Falls du vorhast in einer Stadt längere Zeit (z.B. 1-4 Wochen) zu bleiben, dann schau dich auf Studenten-WG nach einer Möglichkeit für eine Zwischenmiete um. Die Angebote reichen von einem kleinen Zimmer bis hin zu einer ganzen Wohnung oder Haus. Die Preise sind in der Regel mehr als fair. Die Vermieter können ihre Unterkünfte nur in einem bestimmten Zeitfenster vermieten und sind insbesondere bei hochpreisigen Angeboten zu größeren Preiszugeständnissen bereit … da sie bei einem Leerstand überhaupt nichts einnehmen würden. Ich habe vor ein paar Jahren auf diese Weise für eine Zwischenmiete von 4 Wochen einen Rabatt von 50% ausgehandelt.

02. Freunde und Bekannte

In den meisten großen Städten hast du in der Regel alte Freunde, Bekannte oder Verwandte, die dir gerne eine Übernachtunsmöglichkeit anbieten würden. Du musst sie nur fragen! Schreibe sie auf Facebook an, schicke ihnen eine Email oder ruf sie einfach an. Solange du dich dort nicht für eine Ewigkeit einnisten willst, könnte es für beide Seiten sehr spannend werden, abends über gemeinsame Erlebnisse zu quatschen, durch die tollsten Bar und Clubs der Stadt zu ziehen oder auf dem Balkon bei einem Glas Wein über ausgefallene Ideen zu sinnieren. Übernachtungskosten? Im Normalfall Null Euro. Sei aber nicht knauserig. Revanchiere dich mit einem kleinen Dankeschön und einer Einladung in deine Heimatstätte. Die meisten werde sie annehmen, aber nur wenige werden diese auch einlösen.

01. CouchSurfing

CouchSurfing ist eines der weltweit größten internetbasierten Netzwerke für Reisende mit über 3 Millionen Nutzern. Die Grundidee dieser Plattform besteht darin, dass die Mitglieder ihr Sofa als kostenlose Übernachtungsmöglichkeit für Reisende aus aller Welt anbieten. Auf diese Weise soll der kulturelle Austausch gefördert werden. Zudem besteht für dich die Möglichkeit, eine neue Stadt oder Land aus der Perspektive eines „Locals“ kennen zu lernen. Schau dich am besten gleich auf CouchSurfing um.

Weitere Übernachtungsmöglichkeiten

Fallen dir weitere aufregende, inspirierende und dennoch preiswerte bis kostenlose Übernachtungsmöglichkeiten ein? Dann teile diese im Kommentarfeld mit.

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5 Responses to “Auf Reisen wie die Queen übernachten und dafür fast nichts bezahlen!”

  1. Oliver Tausend September 20, 2011 at 10:03 am #

    Hallo Alexander,

    was für ein erfrischender Post mit vielen guten Ideen. Du hast recht, dass eine anonyme Hotelkette manchmal auch gut sein kann, wenn man seine Ruhe haben will. Auf der anderen Seite will man ja vielleicht auch mal nicht seine Ruhe haben. Gerade auf Zugfahrten habe ich viele interessante Erlebnisse gehabt.

    Danke fürs Teilen der Erfahrungen.

    Beste Grüsse

    Oliver

  2. Tobias September 25, 2011 at 8:02 pm #

    Wohl dem, der im Nachtzug einen Schlafwagen gebucht hat. Man schläft dort zwar selten gut, aber dann hat die Nacht wenigstens noch halbwegs ihren Namen verdient. Aber das ist natürlich wieder etwas teurer. Und spannender ist sicherlich die Reise im Schlafsessel (wer hat sich das Wort einfallen lassen, der „Sessel“ ist viel zu unbequem). Oder eine Fahrt mit Nahverkehrzügen mit dem Wochenende (inkl. Übernachtung von 2-5 auf einem Provinzbahnhof).

    • Alexander Oktober 8, 2011 at 5:56 pm #

      @Oliver: Ich ziehe den Schlafwagen einem Schlafsessel vor 😉

  3. Gerhard Zirkel Mai 19, 2013 at 1:51 pm #

    Es kommt halt drauf an zu welchem Zweck man reist. Es hat schon seinen Grund, warum viele Hotels so anonym und unkommunikativ sind. Wenn du den Tag mit komplizierten geschäftlichen Besprechungen verbracht hast und dein Hirn sich entsprechend verknotet anfühlt, kann es durchaus sein, dass du froh bist, danach mit niemandem mehr reden zu müssen.

    Bist du auf Erlebnisreise, sieht das wieder ganz anders aus. Der Tipp mit dem Nachzug ist übrigens schon lange nicht mehr so ungewöhnlich, das machen viele. Nur mit der Deutschen Bahn ist es halt so eine Sache wann man ankommt … :)

    Gerhard

    • Alexander Witt Mai 28, 2013 at 11:13 pm #

      @Gerhard: Guter Punkt. Da spricht ein Kenner. Die Zielsetzung ist entscheidend und wie gut oder schlecht mein Tag gelaufen ist … Wenn ich 10 Stunden lang ein Seminar gehalten habe, dann werde ich irgendwann müde und will tatsächlich nur meine Ruhe haben … Nach einer 2 stündigen Key Note Speech bin ich noch gut aufnahmefähig und für den Austausch mit anderen zu haben 😉

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