Bist du ein Teil der Lösung oder ein Teil des Problems? (Teil 1)


Foto: indywriter, benötigte Lesezeit: 12 Minuten

Karriere-Cowboys

Das Leben kann wieder einmal ganz schön unfair sein.

Deine Kollegen sind halb so intelligent wie du und ihr menschliches Einfühlungsvermögen ist mit dem eines trotzigen Teenagers vergleichbar … dennoch ziehen Sie auf der Karriereleiter an dir vorbei und scheinen auch im Privatleben große Erfolge zu erzielen.

Sie setzen sich ambitionierte Ziele, sind lösungsorientiert, wortgewandt, gut vernetzt, wissen ganz genau, was sie als Nächstes machen, priorisieren ihre Aufgaben richtig, handeln anstatt stundenlang über ihre Ziele und sich selbst zu reden, sind extrem produktiv … und sehen trotzdem noch so frisch und gesund aus, als ob sie sechs Monate lang im Jahr Urlaub machen würden.

Preisfrage

Du stellst dir berechtigterweise sofort die Fragen: „Was zum Geier machen diese Typen richtig … und ich falsch?“ Oder noch spitzfindiger gefragt: „Bist du ein Teil der Lösung oder ein Teil des Problems?“

Nun, einige Antworten auf diese Frage wirst du bereits im ersten Teil der zweiteiligen Serie finden, die sich zunächst mit der Grundeinstellung, Fokus und Zeitmanagement erfolgreicher Menschen befasst.

Der zweite Teil wird die Arbeitsweise, Technologien und Networking erfolgreicher Menschen unter die Lupe nehmen, die in ihrem im Privat- und Berufsleben bereits dort angekommen sind, wo du schon längst selbst sein wolltest.

Grundeinstellung

19. Big Picture malen

Bevor du in den Tag startest, werde dir dessen bewusst, was deine ganz großen Ziele im Leben sind. Frage dich vor einem Spiegel stehend mit lauter Stimme, wofür du Tag für Tag dein Bestes geben solltest?!

Es könnte z.B. eine Führungsposition, eine Weltreise, ein Studienabschluss oder auch ein Fallschirmsprung sein.

Frage dich dann, was du am heutigen Tag alles unternehmen kannst, um diesen Zielen ein Stück näher zu kommen.

Denn ohne wegweisende Ziele wirst du in deinem Leben wie ein blindes Huhn herumirren … Bedenke dabei, dass deine Lebenszeit begrenzt ist und du nicht ewig Zeit hast, die wirklich wichtigen Dinge aufzuschieben. Memento Mori!

18. Pferd von Hinten aufzäumen

Wenn du weißt, welche großen Ziele du in deinem Leben erreichen willst, dann fang damit an, rückwärts zu planen.

Zoome dabei aus der Zukunft zurück in die Gegenwart. Wenn du z.B. ein Haus bauen willst, dann beginne rückwärts mit der Inneneinrichtung, Innenausbau, Estrich, Wandputz, Dachpfannen, Dachstuhl, Wänden, Fundament, Grundstückskauf, Immobilienmakler, Zeitungsanzeige, Sicherstellung Finanzierung usw. (vereinfachte Darstellung!).

Denn wenn du nicht weißt, welches Ergebnis du am Ende haben willst, wirst du auch nie richtig einschätzen können, was du vorher alles gemacht haben musst, um deine großen Ziele auch tatsächlich zu erreichen.

17. Luftblasen verewigen

Deine Pläne und Gedanken bleiben immer nur schöne Luftblasen, die nach wenigen Augenblicken platzen und dann für immer vergessen werden … wenn du sie nicht sofort verewigst.

Notiere sie deshalb auf einem Blatt Papier und hänge das Blatt über deinem Bett auf. Wache jeden Morgen mit deinen Lebenszielen auf und schlafe mit ihnen jeden Abend wieder ein.

Denn nur so stellst du sicher, dass du sie auch kontinuierlich verfolgst und irgendwann auch erreichst.

16. Ideen zu Tode analysieren

Du wirst in deinem Leben verhältnismäßig viele Ideen haben … aber nur verhältnismäßig wenige von ihnen umsetzen.

Das liegt nicht nur an deiner unendlichen Kreativität, sondern auch an deinem Zwang, deine Ideen zu Tode zu analysieren.

Je länger du aber deine Idee von allen Seiten beleuchtest, desto mehr Gründe wirst du finden, diese Idee nicht umzusetzen … und desto mehr Zeit wird verstreichen, bevor du mit ihrer Umsetzung beginnst.

Eine allumfassende Analyse bringt dir nur eine Scheinsicherheit! Du kannst aufgrund der hohen Komplexität nicht an alles denken und schon gar nicht die Zukunft 1:1 planen.

Traue dich ruhig, auf Basis von Arbeitshypothesen zu arbeiten! Nichts gegen fundierte Analysen … diese sind sogar sehr wichtig … aber übertreibe es nicht und fang lieber gleich mit der Umsetzung an.

Lass deine Ideen von der Realität herausfordern. Denn sonst bleibst du für den Rest deines Lebens nur ein Luftschlossarchitekt.

15. Perfektionismus ist dem Erfolg sein Tod

Dein Anspruch, die perfekte Lösung und das perfekte Produkt zu liefern, ist zwar ehrenwert … kostet dich in der Praxis jedoch nur wertvolle Zeit und viel Aufwand.

Wenn du ganz viel Pech hast, werden die Empfänger deiner perfekten Lösung sogar die viele Zeit und Arbeit, die du hineingesteckt hast, nicht einmal zu schätzen wissen. Der Grund dafür ist, dass sie auch mit weniger sehr zufriden wären.

Frage dich deshalb immer und immer wieder, ob dein Perfektionismus ein Beschleuniger oder eher ein Bremsklotz bei der Erreichung deiner großen Zielen ist. Hinweis: In 80% der Fälle ist es eher das Zweite.

14. Nein-Sager

Falls dich jemand um einen Gefallen bittet, fällt es dir in der Regel sehr schwer, „Nein!“ zu sagen. Es löst in dir negative Gefühle aus und du fühlst dich schuldig.

Das ist zwar vorteilhaft für denjenigen, der dich um einen Gefallen bittet … jedoch weniger vorteilhaft für dich! Denn dadurch stellt er seine eigenen Wünsche und Ziele über deinen Lebenszielen.

Frage dich deshalb mindestens dreimal hintereinander, ob es dich bei der Erreichung deiner Lebensziele wirklich weiterbringt, wenn du einer bestimmten Person einen Gefallen machst … Sollte bei dir nur der Hauch eines Zweifels aufkommen, dann sag mit ruhigem Gewissen: „Sorry, NEIN! Ich arbeite gerade an für mich sehr wichtigen Aufgaben und habe deshalb nur wenig bzw. keine Zeit für dein Anliegen!“

Falls du nicht von Anfang an so hart sein willst bzw. kannst, vertröste die fragende Person darauf, ihr den Gefallen in zwei Wochen zu machen. Sie möge sich einfach nochmals bei bei dir melden, falls es ihr wichtig sei. Falls der Gefallen kein hohe Bedeutung hat, wird sich der Fragende nie wieder bei dir melden.

13. Trophäensammler

Lege dir ein Erfolgsjournal zu und schreibe alle deine nennenswerten Erfolge auf … nicht, um damit anzugeben, sondern um in schweren Zeiten den Mut wiederzugewinnen, an deinen großen Zielen motiviert weiterzuarbeiten.

Fokus

12. Fokus auf die fettesten Kröten

Lege fest, welche Aufgaben für dich den höchsten Nutzen bringen. Fokussiere dich auf diese Aufgaben jeden Tag als allererstes und komme nicht einmal auf die Idee, etwas anderes zu machen.

11. Märchen von der To-Do-Liste

Falls du das „Märchen von der To-Do-Liste“ noch nicht gelesen hast, dann solltest du es jetzt dringend nachholen und dir eine Not-To-Do-Liste (Template) zulegen.

10. Weniger ist mehr

Erledige jeden Tag lieber drei (größere) Aufgaben vollständig und sei glücklich mit dem Ergebnis … anstatt 30 Aufgaben halbherzig hinterherzulaufen und am Ende des Tages enttäuscht festzustellen, dass du sie alle eh nicht lösen kannst.

Setzt dir ambitionierte, aber dennoch realistische Ziele.

Machmal ist weniger tatsächlich mehr!

09. Mache die unangenehmen Aufgaben zuerst

Wenn du vor der Entscheidung stehst, mit einer angenehmen oder unangenehmen Aufgabe zu beginnen, dann wähle die zweite Option.

Sobald du eine unangenehme Tätigkeit aus dem Weg geräumt hast, kann dir nichts Schlimmeres mehr passieren … und es bleiben für dich nur noch die angenehmen Aufgaben übrig.

08. Nur eine Sache zur gleichen Zeit

Parallele Bearbeitung von mehreren Aufgaben geht immer mit Halbherzigkeit einher … halbherzige Motivation, Aufmerksamkeit und Ergebnisse.

An einer wichtigen Präsentation arbeiten, gleichzeitig mit einem Kunden telefonieren und schnell noch eine Email schreiben ist zwar möglich … doch deine Ergebnisse werden nie die hohe Qualität erreichen, als wenn du diese Aufgaben nacheinander … einzeln … erledigst.

Multitasking ist ein Konzept für Menschen, die keine Prioritäten setzen können und sich mit durchschnittlichen Ergebnisse zufriedengeben.

07. Vermeide Ablenkung

Ablenkung hat viele Gesichter. Mal sind es klingelnde Telefone, nervige „Email-for-you“-Töne oder quasselnde Freunde, die zufällig vorbeikommen und dich von der Erreichung deiner Lebensziele abhalten.

Noch schlimmer ist, dass du dich jedes Mal nach einer Ablenkung neu einarbeiten musst, um das alte Produktivitätsniveau zu erreichen. Dabei geht enorm viel Zeit und Motivation verloren.

Ergreife deshalb die Initiative! Lass deinen Anrufbeantworter die Anrufe entgegen nehmen, schließe dein Emailprogramm oder arbeite an einem Ort, an dem dich keiner so schnell findet, z.B. in einer öffentlichen Bibliothek oder in einem entlegenen Café.

Zeitmanagement

06. Zeitmaschine

Befreie deinen Kopf von Terminen, Anmerkungen und Aufgaben. Du kannst und sollst nicht deine Denkkapazitäten mit jedem unnötigen Detail belasten. Dafür gibt es tolle Alternativen wie Smart Phones, Tablet PCs oder Termin- und Aufgabenplaner aus Papier … Falls du mit den letzten beiden nicht umzugehen weißt, dann lerne es im Artikel „Notizen machen wie ein Weltmeister!“.

05. Der frühe Vogel fängt den Wurm

Gewöhne es dir an, morgens früher aufzustehen und deine Aufgaben in aller Ruhe und ohne lästige Störungen zu erledigen.

Genieße die Morgenstille und schmiede deine Tages-, Wochen, Monats-, Jahres- und Lebenspläne.

04. Produktive Zeitverschwendung

Längere Wartezeiten in einer Arztpraxis oder am Flughafen sind wahre Zeitgeschenke.

Habe immer eine Zeitschrift, ein Buch oder ein Smartphone dabei, um dich fortzubilden, zu informieren oder einfach zu amüsieren.

Weitere Tipps, wie du deine Wartezeiten produktiv nutzen kannst, erfährst du im Artikel „Muda-Falle“.

03. Meide unproduktive Meetings wie die Pest

Unproduktive Meetings gehören in der Geschäftswelt zu den größten Zeitfressern. Schaffe mehr Klarheit, Fokus und Verbindlichkeit, indem du zum Terminator von unproduktiven Meetings wirst.

02. Hobby-Boss

Es wird immer mehr Aufgaben geben, als du bewältigen kannst.

Und es wird immer Menschen geben, die einige deiner Aufgaben schneller, besser und günstiger machen können weden als du selbst.

Es gab Zeiten, zu denen Menschen ihre Schuhe selbst hergestellt und repariert haben. Heute ist es für dich selbstverständlich, deine Schuhe von einem Dritten nähen oder reparieren zu lassen. Nicht, dass du es nicht selbst könntest, aber es lohnt sich für dich nicht mehr … der Zeitaufwand wäre zu hoch und sie wären bei Weitem nicht so schick und so günstig wie die Schuhe aus dem Schuhladen.

Die gleiche Situation hast du übrigens beim Bäcker, Klempner, usw.

Frage dich deshalb, welche deiner unprofitablen Arbeiten ein Dritter schneller, besser und günstiger machen kann als du selbst, z.B. Wohnung putzen, Wäsche bügeln oder Garten in Schuss bringen.

Gib die aus deiner Sicht uprofitable Arbeit an Dritte ab. Nutze die gewonnene Zeit, um dich auf deine profitablen Aufgaben zu konzentrieren und größere Werte zu schaffen.

Falls dir dazu nichts einfällt, dann lass dich auf MyHammer.de inspirieren, welche deiner Arbeiten du in Zukunft an Dritte delegieren kannst.

01. Verschnaufpause

Du bist keine Maschine, die pausenlos arbeiten und immer produktiv sein kann. Du bist ein Mensch, der auch eine Regenerationsphase benötigt!

Gönn dir deshalb eine Pause. Geh raus ins Grüne, triff dich mit Freunden oder meditiere in deiner Wohnung.

Es spielt keine Rolle, was du machst. Die Hauptsache ist, dass du von deiner Arbeit … wie Urlaub … einmal richtig abschaltest und neue Energien tankst, um dann mit voller Kraft wieder durchzustarten.

Noch mehr?

Hast du weitere Erkenntnisse zur Grundeinstellung, Fokus und Zeitmanagement erfolgreicher Menschen beobachtet? Dann teile diese im Kommentarfeld mit.

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4 Responses to “Bist du ein Teil der Lösung oder ein Teil des Problems? (Teil 1)”

  1. Hobby-Boss Juli 23, 2011 at 7:14 am #

    Die meisten deiner Punkte setzte ich bereits um. Mir fällt es aber noch immer sehr schwer, die Arbeit an andere abzugeben. Bis ich Ihnen erklärt habe, wie es funktioniert, mache ich es lieber selbst und bin auch schneller fertig damit.

    • Alexander Oktober 8, 2011 at 6:24 pm #

      @Hobby-Boss: Fairer Punkt! Delegieren ist eine Fähigkeit, die uns nicht gerade in die Wege gelegt wurde.

      Schlage dir dennoch vor, Aufgaben immer mehr abzugeben, wenn du dich langfristig entwicklen und wachsen willst.

      Du kannst nicht alles selbst bewältigen!

  2. Anne Juli 23, 2011 at 11:04 am #

    Erkenne mich im Ideen zu Tode analysieren wieder 😉

    • Alexander Oktober 8, 2011 at 6:37 pm #

      @Anne: Langwierige Analysen können ein Trugschluss sein!

      Insbesondere dann, wenn dir z.B. der Wettbewerb im Nacken sitzt und schon die ersten Prototypen auf den Markt bringt … währen du noch das kleinste Detail analysierst!

      Langwierige Analysen können zu idealen Show-Stoppern mutieren bzw. zu Argumenten, Vorhaben nicht umzusetzen.

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