Peer Group-Effekt! Oder warum fünf Menschen bestimmen, wie viel Geld du verdienst?!

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Foto: slalit (CC BY-ND 2.0), benötigte Lesezeit: 10 Minuten, 1 Template

Peer Group-Effekt begreifen

Hinter dem „Peer Group-Effekt“ verbirgt sich die Aussage, dass du der Durchschnitt von fünf Menschen bist, mit denen du die meiste Zeit verbringst.

Diese Aussage stammt vom US-amerikanischen Unternehmer und Motivationstrainer Jim Rohn. Er hat ihren Wahrheitsgehalt bereits im Alter von 31 Jahren bestätigt.

Jim Rohn hat es vom einfachen Bauernjungen aus dem US-Staat Idaho zum Millionär in Beverly Hills geschafft … und das im Jahr 1961 … als eine Million Dollar noch ein irrsinnig großes Vermögen war.

Peer Group-Effekt im Praxiseinsatz

Jim Rohn hat sich frühzeitig mit konstruktiven und erfolgsorientierten Menschen umgeben, um sein ehrgeiziges Ziel … innerhalb von fünf Jahren Millionär werden … so schnell wie möglich zu erreichen. Er hat den Peer Group-Effekt bewusst zu seinem eigenen Vorteil genutzt.

Gewagte These testen

Du hältst seine Aussage für eine gewagte These? Dann mache einen Selbsttest.

Frag dich aufrichtig, mit welchen fünf Menschen du die meiste Zeit verbringst. Das können deine Freunde, Kollegen oder Bekannten sein. Wer gehört zu deiner Peer Group?

Vergleiche dann euer Einkommen, Bildungsstand und körperliche Fitness.

Keine überraschenden Ergebnisse erwarten

Das Ergebnis wird dich wenig überraschen. Du wirst in deiner Peer Group … „Pi-mal-Daum“ … immer den Durchschnitt bilden:

  • Der eine Freund wird etwas mehr, der andere etwas weniger verdienen.
  • Der eine Kollege wird einen etwas höheren, der andere einen etwas niedrigeren Bildungsabschluss haben.
  • Und der eine Bekannte wird etwas sportlicher, der andere etwas unsportlicher sein.

Gegensätze stoßen sich ab

Du wirst zusätzlich feststellten, dass du wenig Zeit mit Menschen verbringst, die sich zu stark von dir unterscheiden.

Denn du fühlst dich in Regel denjenigen Menschen am stärksten angezogen, die dir am meisten ähneln. Und andere Menschen fühlen sich umgekehrt dir umso stärker angezogen, je mehr Gemeinsamkeiten sie mit dir haben.

Wenn deine engsten Mitmenschen verhältnismäßig wenig Geld verdienen, dann wirst du mit großer Wahrscheinlichkeit ebenfalls zu den Geringverdienern dazugehören.

Wenn die Mitglieder deiner Peer Group relative viel Geld verdienen, dann wirst du mit großer Wahrscheinlichkeit ebenfalls zu den Großverdienern dazugehören.

Fall A: Positive Wirkung der Peer Group nutzen

Du kannst dich als glücklich schätzen, wenn deine Peer Group aus hoch motivierten, optimistischen, erfolgsorientierten, intelligenten, sportlichen und lebensbejahenden Menschen besteht.

Die Chancen sind groß, dass du ähnlich „ticken“ wirst. Denn die Mitglieder einer Peer Group neigen dazu, das Verhalten der anderen … meistens tonangebenden … Mitglieder zu imitieren.

Nutze diese positive Wirkung einer Peer-Group. Stell dich im Fall A auf ein Leben voller Freude, Triumphe,  Selbstbestimmung … und Wohlstand ein.

Fall B: Negative Wirkung der Peer Group meiden

Was ist aber, wenn deine Peer Group aus hoch demotivierten, pessimistischen, misserfolgsorientierten, begriffsstutzigen, bewegungsfaulen und lebensverneinend Menschen besteht?

Die Antwort auf diese Fragen kannst du dir inzwischen selbst geben … Du wirst dich von den Mitglieder deiner Peer Group in der Regel nur wenig unterscheiden.

Bereite dich im Fall B auf ein Leben voller Enttäuschungen, Niederschläge, Selbstvorwürfe … und leerer Kontostände vor.

Was sollst du machen?

Unterschätze niemals sowohl die positive als auch die negative Sogwirkung einer Peer Group.

Wenn du von Fall A betroffen bist, dann kannst du an dieser Stelle aufhören weiterzulesen.

Wenn auf dich der Fall B zutrifft, dann solltest du unbedingt folgende Punkte angehen. Halte deine Ergebnisse in diesem Template schriftlich fest:

10. Überreaktionen vermeiden

Vermeide Überreaktionen aufgrund deiner Ergebnisse aus dem Selbsttest.

Der Selbsttest war nur ein grober Versuch, dir den Wahrheitsgehalt der Aussage von Jim Rohn zu demonstrieren.

Brich nicht sofort mit ausgewählten Peer-Group-Mitgliedern den Kontakt ab.

Das wird dir bei Bekannten möglicherweise relativ leicht fallen. Aber willst du wirklich von Heute auf Morgen nichts mehr mit deiner Verwandtschaft zu tun haben?

Um eine wohl überlegte Entscheidungen treffen und die richtigen Konsequenzen ziehen zu können, musst du im Folgenden eine fundierte Analyse durchführen.

09. Peer Group identifizieren

Geh jetzt wieder in dich und stell dir erneut die Frage, mit welchen fünf Menschen du die meiste Zeit verbringst. Sind es wirklich die fünf, die du beim Selbsttest identifiziert hast?

Welche fünf Menschen bestimmen, wie viel du verdienst, wie clever du bist oder wie es um deine körperliche Fitness steht?

Schreibe die fünf Namen auf. Nenne das Umfeld, aus dem die Mitglieder deiner Peer Group kommen: Beruf, Sportverein, Freundeskreis, …

Schätze, wie viel Zeit du pro Woche mit den einzelnen Mitgliedern deiner Peer Group verbringst.

Diese Übung wird dir helfen, deine Entscheidungen weniger mit luftleeren Annahmen, sondern mehr mit harten Fakten zu untermauern.

08. Ziele der Peer Group erfassen

Frage dich nun, welche drei wichtigsten Ziele jedes einzelne Mitglied deiner Peer Group aktuell verfolgt.

Das muss nicht immer das große Gehalt oder die Karriere sein. Der eine will gesünder leben, der anderen die Welt bereisen, und ein dritter hat vielleicht vor, eine Familie zu gründen.

Schreib deine Gedanken auf.

07. Lebenseinstellung der Peer Group beschreiben

Beschreibe jetzt mit drei Adjektiven die Lebenseinstellung der Mitglieder deiner Peer Group.

Der eine mag hilfsbereit, zielorientiert und ernst sein. Der andere ist eher egoistisch, gemütlich und humorvoll.

Notiere deine Ergebnisse.

06. Einfluss der Peer Group einschätzen

Frage dich nun ernsthaft, welchen Einfluss jedes einzelne Mitglied deiner Peer Group auf dich ausübt.

Baut dich das Mitglied auf? Unterstützt es dich bei deinen ehrgeizigen Plänen? Freut es sich über deine erzielten Erfolge …?

Oder macht sich das Mitglied über dich in aller Öffentlichkeit lustig? Bremst dich bei der Verfolgung deiner Ziele? Gönnt dir nur Misserfolge …?

Schreibe auch diese Erkenntnisse auf.

05. Dich selbst einschätzen

Du weißt jetzt ganz genau, wer die Mitglieder deiner Peer Group sind, welche Ziele sie verfolgen, welche Lebenseinstellung sie haben und welchen Einfluss sie auf dich ausüben.

Was ist mit dir? Weißt du, was du in deinem Leben tatsächlich erreichen willst, welche Lebenseinstellung du haben willst und welchen Einfluss du auf deine Mitmenschen ausüben möchtest?

Wenn nein, dann wird es höchste Zeit, dir darüber jetzt Gedanken zu machen.

Lass dich dabei nicht von den Vorstellungen deiner aktuellen Peer Group leiten.

Frage dich, was du unabhängig von deiner Peer Group willst.

Halte deine Ergebnisse schriftlich fest.

04. Fit prüfen

Jetzt ist die Zeit gekommen, um dir einzugestehen, ob die Mitglieder deiner Peer-Group auf dich eine positiven oder negativen Wirkung ausüben.

Schau dir deine soeben neu definierten Ziele an. Vergleiche sie mit den Zielen deiner Peer Group. Stimmen sie annähernd überein? Oder weichen Sie voneinander gravierend ab?

Vergleiche auch deine favorisierte Lebenseinstellung mit den Lebenseinstellungen deiner aktuellen Peer Group-Mitglieder. Fallen dir mehr Unterschiede oder Gemeinsamkeiten auf?

Welchen Einfluss üben die Mitglieder deiner Peer Group auf dich aus? Positiven, negativen oder überhaupt keinen?

03. Entscheidung treffen

Nun ist für dich die Zeit gekommen, um auf Basis deiner Ergebnisse die Entscheidung zu treffen, ob du die Zusammensetzung deiner Peer Group beibehältst oder neu definierst.

Das ist die schwierigste Übung, weil einige Entscheidungen dich zwingen werden, deine Komfortzone zu verlassen.

Entscheide bei jedem einzelnen Peer Group-Mitglied, ob du mit ihm weiterhin die meiste Zeit verbringst oder nicht. Halte deine Entscheidung im Template fest.

02. Konsequenzen ziehen

Scheue dich nicht davor, Konsequenzen zu ziehen … wenn du merkst, dass die Ziele, Lebenseinstellung und Einfluss eines Peer Group-Mitglieds mit deinen neuen Zielen, Lebenseinstellung und Einfluss nicht kompatibel sind.

Du brauchst ihm nicht gleich sofort die „Beziehung“ zu kündigen. Verbringe mit ihm einfach nach und nach immer weniger Zeit.

Dann bleibt er zwar noch immer in deiner „Nähe“ … gehört jedoch nicht mehr zu deiner Peer Group, die langfristig darüber bestimmt, wer du bist bzw. wer du wirst.

01. Neue Peer Group-Mitglieder suchen

Wenn du dich von einem unerwünschten Mitglied deiner Peer Group nach und nach verabschiedest … überlege dir gleichzeitig, wer dieses Mitglied idealerweise ersetzten könnte.

Such dir Mentoren, Coaches oder Know-how-Träger, die dich bei der Erreichung deiner Ziele am besten unterstützen können.

Schau dich in deinem privaten Freundeskreis, Unternehmen, Hochschulen, Vereinen oder Verbänden nach geeigneten Kandidaten um.

Nimm mit diesen Kandidaten Kontakt auf. Verbringe mit Ihnen zunehmend mehr Zeit … bis sie ein fester Bestandteil deiner neuen Peer Group werden.

Welche fünf Menschen bestimmen, wie viel Geld du verdienst?

Wie nutzt du die positiven Effekte und vermeidest die negativen Auswirkungen deiner Peer-Group? Welche fünf Menschen bestimmen, wie viel Geld du verdienst? Teile deine Erfahrungen im Kommentarfeld mit.

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2 Responses to “Peer Group-Effekt! Oder warum fünf Menschen bestimmen, wie viel Geld du verdienst?!”

  1. Oliver Tausend Oktober 17, 2011 at 10:46 pm #

    Hallo Alexander,

    didaktisch geniale Aufbereitung dieses einfachen und uralten Sachverhalts. Der erste Schritt is wie immer das Bewusstsein. Wenn mein Leben nicht so ist wie ich mir das vorstelle, dann könnte das auch an den Menschen, mit denen ich aus freien Stücken die meiste Zeit verbringe. Es ist nicht deren Schuld, da es meine wenn auch meist unbewusste Entscheidung war.

    Es reicht schon, sich umzuorientieren, andere Bücher zu lesen, andere Freizeitaktivitäten zu verfolgen und dann wird sich die Spreu vom Weizen von alleine trennen.. Man muss zusehen können, wie sich die Freunde dann von einem verabschieden – das ist dann deren Entscheidung.

    Great job !

    Beste Grüsse

    Oliver

    • Alexander November 24, 2011 at 8:46 pm #

      @Oliver: Besten Dank! Deine Beiträge sind eine Bereicherung.

      Ich denke, dass der erste Schritt … sich eines Zusammenhangs bewusst werden … einem Großteil von uns leichter fallen wird als der zweite Schritt … es dann auch tatsächlich umzusetzten.

      Denn die meisten von uns sind eher risikoscheu … vor allem in Bezug auf ihre Freundschaften 😉

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