Wie du kostenlose Profi-Bilder für deine Präsentation findest?!


Foto: 85mm.ch, benötigte Lesezeit: 14 Minuten

Erfolgsfaktor Bild

Eine Präsentation ohne Bilder ist wie eine Party ohne Gäste … ziemlich langweilig!

Keine Bullet-Points, keine Tabellen und keine Kuchendiagramme dieser Welt werden die Aufmerksamkeit deines Publikums stärker fesseln und ihm länger in Erinnerung bleiben als Bilder … egal wie öde dein Thema auch sein mag.

Falls du noch nie in deinem Leben eine spannende Präsentation gesehen hast, die gefühlt zu 80% aus Bildern besteht, dann schau dir den Special-Event-Vortrag von Steve Jobs vom September 2010 an.

Du wirst erstaunt sein, wie Steve Jobs mit Hilfe von Bildern aus einer scheinbar trockenen Produktpräsentation einen spannenden Krimi kreiert, der seine Zuhörer buchstäblich den Atem raubt.

Mühselige Bildersuche

Das richtige Bild für deine Präsentation zu finden kann ganz schön mühselig sein.

Steve Jobs hatte vermutlich eine Armee von Helfern … du jedoch nicht!

Du wirst deshalb wahrscheinlich zunächst eine Stunde dafür investieren, um dich mit den einzelnen Bilder-Plattformen, wie z.B. Fotolia oder iStockPhoto, vertraut zu machen.

Danach wirst du aller Voraussicht nach weitere fünf Stunden dafür opfern, um die „perfekten“ Bilder zu finden … und das ist leichter gesagt, als getan.

Denn Millionen von Bildern auf einer Bilder-Plattform sind noch lange kein Garant dafür, dass auch das richtige Bild dabei ist.

Kein Wunder, dass du dir diese Mühsal ersparen willst … und deine Präsentation lieber in einem Schlaf fördernden Cocktail aus Bullet-Points, Tabellen und Kuchendiagrammen ertränkst.

Teures Bilder-Vergnügen

OK. Du bist anders. Du nimmst alle Mühen auf dich. Und du findest die passenden Bilder für deine Präsentation.

Doch spätestens beim Blick auf die Höhe der zu zahlenden Lizenzgebühren … 10 Bilder, durchschnittlich 4 Euro pro Bild, insgesamt 40 Euro pro Einkauf … wird dir schon etwas schwindelig.

Und wolltest du nicht diesen Monat 2 weitere Präsentationen erstellen? Das wäre dann eine weitere Belastung in Höhe von 80 Euro.

Rechtliche Stolperfallen

Du lässt dir dein Geld nicht so schnell aus der Tasche ziehen und spielst den Helden.

Du googlest deine gewünschten Bildmotive und übernimmst sie in deine Präsentation … in der naiven Hoffnung, dass es keine Menschenseele merkt.

Das Thema Urheberrecht bzw. Copyright ist für dich in diesem Moment von zweitrangiger Bedeutung … genauso wie das Recht am eigenen Bild der dargestellten Personen.

Spätestens, wenn deine (erfolgreiche) Präsentation im Internet „Füße bekommt“ und du in deinem Briefkasten die ersten Abmahnungen mit exorbitant hohen Anwaltskosten erhältst, wirst du einsichtiger und verzichtest lieber ganz auf den Einsatz von Bildern.

Eigentlich ziemlich schade.

Bilder mit Creative Commons-Lizenz

Warum solltest du auf professionelle Bilder in deinen Präsentation verzichten, für ihre Nutzung hohe Lizenzgebühren bezahlen oder unnötig Urheberrechte verletzten, wenn es doch es doch Bilder mit der Creative Commons-Lizenz gibt, die genau diese Probleme lösen können.

Creative Commons (CC) steht für „schöpferisches Gemeingut“. Es ist eine gemeinnützige Organisation, die es Autoren von Bildern, Texten, Musikstücken, Filmstreifen, usw. ermöglicht, der Öffentlichkeit auf eine einfache Art und Weise bestimmte Nutzungsrechte an ihren Werken zu gestatten, ohne dafür Geld zu verlangen.

Grundsätzliche CC-Rechtemodule unterscheiden

Dabei werden zunächst vier grundsätzliche CC-Rechtemodule für die Verwendung der Werke unterschieden:

  • Verwendung unter Nennung des Autorennamens (by = Attribution)
  • keine kommerzielle Verwendung (nc = Non-Commercial)
  • keine Veränderung des Werkes (nd = No Derivatives)
  • Weitergabe des Werkes nach Veränderungen unter der gleichen Lizenz (sa = Share Alike)

 Verschiedene CC-Lizenzen beachten

Aus diesen vier grundsätzlichen CC-Rechtemodulen werden aktuell sechs verschiedene CC-Lizenzen abgeleitet.

Diese sechs CC-Lizenzen können die Nutzung eines Werkes stark beschneiden (z.B. by-nc-nd = Namensnennung, keine kommerzielle Verwendung, keine Bearbeitung) oder die Urheberrechte so weit es geht aufheben (z.B. by = nur Namensnennung … kommerzielle Verwendung und Veränderung sind damit erlaubt).

Passende CC-Lizenz wählen

Damit du auf der relativ sicheren Seite bleibst, solltest du nach Möglichkeit nur auf Werke mit der CC-Lizenz „Namensnennung“ (by = Attribution) setzen.

Als Ausweichmöglichkeit kannst du auch Werke mit der CC-Lizenz „Namensnennung, Weitergabe unter gleichen Bedingungen“ (by-sa = Attribution, Share Alike) … aber nur bei Änderung des Werkes (!) …  verwenden.

In diesem Blog wirst du meistens nur Bilder mit diesen beiden CC-Lizenz-Typen finden. Überprüfe es aber, nachdem du diesen Artikel zu Ende gelesen hast.

Nichts ist für „lau“

Du bist nicht auf den Kopf gefallen und weißt, dass es im Leben nichts für „lau“ gibt.

Deshalb fragst du dich, warum Profi-Fotografen auf den gängigen Bilder-Plattformen ihre tollen Bilder der breiten Öffentlichkeit für „Null-Komma-Nichts“ bereitstellen.

Abgesehen von ein paar altruistischen Ausnahme-Erscheinungen sind die Beweggründe der meisten Profi-Fotografen eher egoistischer Natur … Bei dir ist es ja nicht viel anders, wenn du diesen Artikel liest.

Denn je mehr Menschen die Bilder dieser Fotografen verwenden und auf sie als Autor dieser Werke verweisen, desto bekannter werden sie … und desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass potentielle „zahlende“ Kunden auf ihr Können aufmerksam werden.

Einige Bilder führen im Untertitel nicht selten Links zu den Webseiten der jeweiligen Fotografen, um auf das gesamte Leistungsspektrum des Bildautors zu verweisen.

Häufig bieten Profi-Fotografen auch einen Mix aus Copyright- und CC-Lizenz-Bildern an. Sie nutzen dabei die CC-Lizenz-Bilder als Lockvögel für ihre Bezahl-Werke, mit denen sie ihren Lebensunterhalt bestreiten.

Die Profi-Fotografen nutzen somit dich, um ihre Werke stärker zu vermarkten. Du darfst dafür ihre Werke kostenlos verwenden. Im Grunde ist es für alle Beteiligten eine „Win-Win-Situation„.

Los geht‘s!

Damit du noch heute die lang ersehnten kostenlosen Profi-Bilder für deine Präsentation, Artikel oder Webseite findest, solltest du folgende acht Punkte verinnerlichen:

08. Üppige Bilderquelle anzapfen

Dank Suchmaschinen wie Creative Commons Search hast du Zugriff auf zahlreiche Quellen mit CC-Lizenz-Bildern.

Beschränke dich aber auf wenige üppige Bilderquellen, um Zeit zu sparen und böse Überraschungen zu vermeiden.

Ich selbst nutze fast ausschließlich Flickr und werde mich deshalb im weiteren Verlauf nur auf diese Bilder-Plattform beschränken. Welche Bilder-Plattform du nutzt, entscheidest du selbst.

„Warum gerade Flickr?“ wirst du dich jetzt fragen.

Flickr bietet dir eine der größten Sammlungen von CC-Lizenz-Bildern im Internet, erfordert keine Registrierung, bietet detaillierte Sucheinstellungen und führt … aus meiner Sicht … Bilder von extrem hoher Qualität.

Das Beste an Flickr sind jedoch seine Mitglieder … Neben den zahlreichen Schnapp-Schuss-Akrobaten finden sich viele Profi-Fotografen, die Bilder kommentieren, konstruktive Verbesserungsvorschläge machen und Tag für Tag weitere künstlerische Meisterwerke beisteuern.

Übrigens, um Missverständnisse auszuschließen … Ich werde von Flickr für diesen Artikel nicht bezahlt. Wenn du eine bessere Bilder-Plattform kennst, dann poste deinen Tipp im Kommentarfeld.

07. Bildersuche fein justieren

Wenn du Flickr noch nicht kennst, dann wird dich diese Bilder-Plattform vermutlich zur Verzweiflung treiben.

Auf die Flickr-Start-Seite gehen, in das Suchfeld einen passenden Suchbegriff eintippen (z.B. Fotograf) und dann auf „Suchen“ drücken, wird dich zu eher enttäuschenden Ergebnissen führen.

Die Bilder werden zwar noch von einigermaßen hoher Qualität sein, aber du wirst vermutlich weit und breit nichts von professionellen CC-Lizenz-Bildern sehen.

Beachte deshalb folgende Grundregeln für die Feinjustierung deiner Suche auf Flickr:

  • Nimm bei der erweiterten Suche folgende Einstellungen vor: Feld „Nach Medientyp durchsuche“: „Nur Fotos“ anklicken; Feld „Creative Commons“: Idealerweise alle drei Häkchen setzen.
  • Verwende bei der Suche nicht deutsche, sondern englische Begriffe. Flickr ist eine internationale Plattform. Schließlich willst du nicht den Pool an hochwertigen Profi-Bildern unnötig einschränken. Verwende in diesem Fall anstelle des deutschen „Fotograf“ lieber das englische„Photographer“. Manchmal kann es aber auch nützlich sein, mit den Begriffen zu spielen, um auch weitere Bilder zu entdecken. Probiere es einfach aus.

Erst jetzt bist du startklar für deine eigene Suche.

06. Spreu vom Weizen trennen

Dir wird nicht entgehen, dass auch auf Flickr trotz Feinjustierung der Sucheinstellungen ziemlich viele Bilder kursieren, die von ihrer Qualität her nicht immer deinen Vorstellungen entsprechen … Unterbelichtung, unnötige schwarze Rahmen oder versteckte Werbung in Form von Links direkt auf dem Bild sind keine Seltenheit … aber gerade deshalb sind ja diese Bilder auch kostenlos.

Während du häufig schon mit bloßem Auge qualitativ hochwertige von den qualitativ minderwertigen Bildern unterscheiden kannst, macht es auch Sinn, dir den Fotografen genauer anzusehen.

Frage dich kritisch:

  • Ist dieser Fotograf jemand, der gerade erst 10 oder bereits schon 1.000 Bilder veröffentlicht hat?
  • Will er hier nur Werbung machen oder seine Werke aufrichtig und frei anbieten?
  • Nutzt der Fotograf eine professionelle oder doch eher eine 08/15-Kamera, um seine Werke zu erstellen (Angabe steht meistens rechts oben neben dem geschossenen Bild)?
  •  Was sagen andere Flickr-Nutzer über seine Arbeiten in den Kommentarfeldern? Loben sie ihn? Oder unterstellen sie ihm, die Bilder von anderen Fotografen abfotografiert zu haben?
  • Kannst du dem Fotografen vertrauen?

Falls du bei einem Fotografen und/oder seinen Werken ein mulmiges Gefühl hast, dann lass die Finger von ihm und seinen Werken.

Suche dir lieber einen Ersatz. Flickr bietet dir wirklich eine schier unendliche Auswahl an Fotografen und Bildern.

05. Passendes Bild finden

Eines vorweg … Du wirst für deine Präsentation oder für deinen Artikel niemals das passende Bild finden.

Irgendein Detail wird immer fehlen oder zu viel sein.

Verlass dich auf dein Gefühl. Wähle Bilder aus, die von ihrer „Stimmung“ her zum Inhalt deiner Präsentationen passen.

Für eine Präsentation zum Thema „Krisenmanagement“ eignen sich nicht nur Bilder von selbstbewussten Managern in dunkelblauen Anzügen, sondern auch Bilder von Blitzen oder Schiffen in einem schweren Sturm.

Lass deiner Kreativität freien Lauf und du kommst viel schneller zu einem verwertbaren Ergebnis.

04. Bereits heute an Morgen denken

Passende Ergebnisse auf Knopfdruck zu produzieren ist keine einfache Sache.

Es ist viel einfacher auf Bestehendem oder auf Vorleistungen aufzubauen.

Denk deshalb bereits heute an Morgen und lege dir deine eigene Bilderdatenbank an.

Wenn du bei der Suche nach Bildern für deine aktuelle Präsentation auf Werke stößt, die du auch für zukünftige Präsentationen verwenden könntest, dann speichere den Link zum Bild ab.

Alternativ kannst du als Flickr-Mitglied das Bild als Favorit markieren … was ich persönlich dem lästigen Link-Ablegen vorziehe.

Falls du deine Bildersuche noch professioneller angehen willst, dann lege dir zusätzlich auch eine Fotografendatenbank an.

Beobachte dann in den nächsten Tagen und Wochen, welche Meisterwerke deine Lieblingsfotografen hochgeladen haben.

Als Flickr-Mitglied kannst du deine Lieblingsfotografen ganz einfach als „Kontakte“ hinzufügen und ihr kreatives Schaffen beobachten.

Flickr zeigt dir die neuesten Uploads deiner Kontakte dann auf deiner Kontakt- und Startseite an.

Einer meiner Lieblingsfotografen ist z.B. Thomas Leuthard.

03. CC-Bild-Quelle richtig kennzeichnen

Unabhängig davon, welche CC-Lizenzbedingungen für ein Bild gelten, bist du in den meisten Fällen verpflichtet, den Namen des Autors als Quelle zu nennen, wenn du sein Werk verwendest … anderenfalls verstößt du gegen die CC-Lizenzbedingungen und kannst erfolgreich abgemahnt bzw. verklagt werden.

Hier eine Sammlung von populären Verstößen gegen die CC-Lizenzbedingungen.

In den meisten Fällen reicht die Nennung des Namen und das Setzen eines Links zur Bildquelle, z.B. in der Fußnote deiner Präsentation.

Falls du unsicher bist, ob du das Richtige machst, schreib eine Email an den Plattformbetreiber und/oder frage den Bildautor.

02. Bildautor zusätzlich ehren

Ehre den Bildautor neben der Namensnennung in deiner Präsentation oder Artikel zusätzlich, indem du … falls möglich … auf der Plattform unter seinem Bild ein Dankeschön hinterlässt à la „Danke für das tolle Bild! Es war eine große Bereicherung für meine Präsentation.“

Der Bildautor wird sich davon nichts kaufen können, aber es wird ihn in seiner Arbeit bestätigen und ihn anspornen, weitere qualitativ hochwertige Bilder mit der CC-Lizenz zu veröffentlichen.

Hier ist ein Beispiel, wie ich es bei dem Bild von John Nakamura Remy gemacht habe, das ich für den High-Speed-Reeding-Artikel benutzt habe.

01. Eigenen Bild-Beitrag leisten

Warte nicht immer auf die Profi-Fotografen, bis Sie für dich ein tolles Bild geschossen und hochgeladen haben.

Untermimm selbst etwas, um den weltweiten Pool an CC-Lizenz-Bildern um weitere qualitativ hochwertige Bilder zu erweitern.

Leiste deinen eigenen Bild-Beitrag.

Schau deine eigene Bildersammlung an und überleg dir, welche deiner „Profi-Bilder“ du der Öffentlichkeit zur Nutzung überlassen möchtest … natürlich unter deinen CC-Lizenzbedingungen.

Hier ist ein Bild vom einem durstigen Kamel, das ich auf Flickr hochgeladen habe.

Deine Erfahrungen mit CC-Lizenz-Profi-Bildern

Du nutzt bereits erfolgreich Profi-Bilder mit der Creative Commons-Lizenz? Dann teile deine Erfahrungen sowie Tipps und Tricks anderen Bilder-Begeisterten im Kommentarfeld mit.

Lesern, den dieser Artikel gefallen hat, gefiel auch …

4 Responses to “Wie du kostenlose Profi-Bilder für deine Präsentation findest?!”

  1. SteFFi Dezember 1, 2011 at 9:24 am #

    Ich habe mich schon letzte Woche gefragt, wo du deine neuen Artikelbilder her hast; Fand deine Strichmännchen aber auch ganz putzig 😉 Hört man von denen noch etwas?

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