Wie du mit Facebook, Google+, Xing und Co. zur Namensbestie wirst?!


Foto: familymwr, benötigte Lesezeit: 7 Minuten

Erster Eindruck

Du willst bei deinen neuen Gesprächspartnern einen möglichst negativen ersten Eindruck von dir hinterlassen?! Am besten noch für den Rest deines Lebens?!

Dann bediene dich einer der wirkungsvollsten Methoden, die darin besteht, ihre Namen während einer Unterhaltung mit ihnen einfach zu vergessen. Deine Rechtfertigungsversuche, dir viele neue Namen nicht schnell genug merken zu können, werden zwar dein schlechtes Gewissen beruhigen … deine Gesprächspartner werden es dir jedoch nur in den seltensten Fällen ganz verzeihen … und in der Zukunft um dich lieber einen ganz weiten Bogen machen.

Noch schlimmer als Namen vergessen

Deine neuen Bekanntschaften sind wie du. Sie hören seit ihren Lebensanfängen nichts lieber als ihren Namen. Noch schlimmer als das Vergessen ist deshalb das Verwechseln ihrer Namen. Denn dann hast du bei ihnen im schlimmsten Fall für den Rest deines Lebens versagt.

Deine Gesprächspartner müssen dabei nicht immer nur deine neuen Kollegen, Vorgesetzten, Investoren, Lieferanten oder Kunden sein. Die Konsequenzen fallen umso schmerzhafter aus und werden dir länger vor die Nase gehalten, wenn es sich um Freunde von Freunden, Nachbarn, Vereinskollegen, Verwandte, Date-Partner oder Schwiegereltern in Spe (!) handelt.

Kleiner Schritt, große Wirkung

Wende deshalb die unten aufgeführten Tipps und Tricks an, um in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Namen von neuen Bekannten korrekt zu behalten.

Hinterlasse dadurch bei deinen Gesprächspartnern einen positiven ersten Eindruck und erhöhe deine Chancen, beruflich und privat voranzukommen. Aber von nichts tun, kommt auch nichts heraus. Namen merken ist eine Fähigkeit, die du erlernen und regelmäßig trainieren musst.

Die Tipps und Tricks lassen sich in drei Schwierigkeitsstufen einteilen: Anfänger, Amateur und Profi. Tipps und Tricks mit höherem Umsetzungsaufwand werden dir auch den größeren Nutzen bringen. Entscheide selbst, ob du ein Anfänger, Amateur oder Profi sein willst.

Anfänger

13. Aufmerksamkeitskönig

Eine hohe Aufmerksamkeit bildet das Fundament für das Merken von Namen … nicht nur für Anfänger, sondern auch für Amateure und Profis!

Höre ganz genau hin, wenn sich deine Gesprächspartner vorstellen. Schotte dich gegenüber allen Ablenkungen und Störfaktoren ab, z.B. auffällige Kleidung deines Gegenübers, nervige Tischnachbarn, laute Hintergrundmusik, bedienende Kellner usw.

Falls deine Gesprächspartner nuscheln oder leise sprechen, dann bitte sie höflich, ihre Namen zu wiederholen. Halte dabei mit Ihnen immer Augenkontakt!

12. Wiederholungstäter

Aufmerksamkeit allein wird dir nicht zu großen Erfolgen verhelfen. Sie sorgt lediglich dafür, dass die Namen von dir überhaupt wahrgenommen werden. Damit du die Namen auch behältst, muss du sie so oft wie möglich wiederholen … mindestens drei Mal während des Gesprächs!

  • Die erste Möglichkeit ergibt sich gleich nach der Vorstellung z.B. mit „Freut mich, dich kennen zu lernen, XY!“
  • Die zweite Möglichkeit ergibt sich beim Stellen einer Nachfrage … je nach Kontext z.B. mit „XY, woher kennst du den Gastgeber?“
  • Die dritte Möglichkeit ergibt sich spätestens beim Abschied mit z.B. „XY, das ist ja klasse, das wir uns hier über den Weg gelaufen sind. Ich muss jetzt leider zum nächsten Termin … würde mich aber riesig freuen, wenn wir uns auf der nächsten Mitgliederversammlung wieder sehen …!“

11. Papier ist geduldig

Es wirkt zwar überhaupt nicht professionell, aber wenn dir die Namen deiner neuen Bekanntschaften wichtig sind, deine Gesprächspartner keine Visitenkarten für dich dabei haben oder die Namen zu komplex zum merken sind, dann schreib diese auf … gleichgültig, ob auf deiner Workshopunterlage, Serviette oder Bierdeckel.

Wenn du es professioneller aussehen lassen willst, dann nimm auch gleich die Emailadresse deiner Gesprächspartner auf, um Ihnen im Nachgang z.B. deine Kontaktdaten, einen interessanten Fachartikel oder Photos zuzuschicken.

10. Bitte lächeln

Die meisten Mobiltelefone haben heutzutage eine Kamera. Damit kannst du Bilder von deinen neuen Kontakten machen und diese anschließend in deinem Adressbuch ablegen.

Frage aber dein Gegenüber vorher freundlich, ob du von ihm ein Foto machen darfst (!). Denn nicht alle wollen fotografiert werden.

Frage auch nach seiner Telefonnummer. Sollte er sich eines Tages von dieser Nummer bei dir melden, wird dir dein Mobiltelefon sofort seinen Namen und sein Bild anzeigen.

Diese Methode erscheint für deinen Gesprächspartner etwas dreist, ist aber für dich von großem Nutzen.

09. Support-Team

Falls du dich an die Namen deiner Gesprächspartner nicht mehr erinnerst, dann frag einfach jemanden in deiner Nähe, der deine Gesprächspartner schon länger und besser kennt.

Die meisten Menschen sind froh, wenn sie dir mit solchen Kleinigkeiten helfen können. Profitiere von ihrer Hilfsbereitschaft.

08. Trittbrettfahrer

Nun kommt es nicht gerade sehr oft vor, dass jemand um die Ecke kommt und weiß, wie deine Gesprächspartner heißen. Es kommt jedoch viel häufiger vor, dass du selbst jemanden kennst, der zufällig in der Nähe steht, und den du deinen Gesprächspartnern vorstellen könnntest. Auf diese Weise eröffnest du eine neue Vorstellungsrunde, z.B. mit: „Ach, kennen Sie schon meinen Kollegen Peter Müller?!“ Geh dann einen Schritt beiseite und lass deine Gesprächspartner sich mit deinem Bekannten austauschen. Höre dir dann einfach die vergessenen Namen deiner Gesprächspartner noch einmal an. Diesen Trick kannst du nahezu beliebig oft wiederholen.

Amateur

07. Buchstabensuppe

Stelle dir bildhaft einen Teller mit Buchstabensuppe vor, in dem du den Namen deines Gegenübers auslegst … Buchstabe für Buchstabe! Rühre die Suppe gedanklich einmal kräftig um und mach dieselbe Übung zwei weitere Male hintereinander, bis du dir den Namen eingeprägt hast.

06. Kopfkino

Falls du kulinarisch nicht sonderlich gut begabt bist, versuche es mit Kurzfilmen. Lass deine Gesprächspartner als Filmhelden auftreten, die in deinen Ministreifen waghalsige Manöver vollbringen oder anderweitig einen bleibenden Eindruck hinterlassen, … z.B. Ben als betender Batman, Claudia als kichernde Cleopatra, usw. Je ausgefallener deine Szenen sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass du die Namen lange und richtig behältst.

05. Links

Suche bei deinen Gesprächspartnern nach auffälligen Verknüpfungen (Links), die du mit ihrem Namen in Verbindung bringen und dann immer wieder abrufen kannst.

Das können Körpermerkmale, Kleidungsstil, Wortwahl oder Gesprächsthemen sein, z.B. Horst ist Pilot beim Fliegerhorst Jever, Karl (der Große) trägt einen eleganten Ring, Sandra ist ein großer Fan von Sandra Bullock, usw.

Falls dir nichts auf- bzw. einfällt, frag deinen Gesprächspartner, in welchem Land er zuletzt seinen Urlaub verbracht hat und wie es ihm dort gefallen hat. Er wird dir garantiert ein paar Anhaltspunkte nennen können, die du mit seinem Namen in Verbindung bringen kannst.

Profi

04. Digitale Verewigung

Namen merken kann sich jeder … die Frage ist nur wie lange?! Wenn du auf einen Menschen triffst, den du seit einer Ewigkeit (3-5 Jahre) nicht mehr gesehen hast, dann passiert es, dass der Name aus deinem Gedächtnis gelöscht wird.

Nutze deshalb soziale Netzwerke wie z.B. Facebook, Google+ oder LinkedIn, um im Nachgang deine aktuell nicht benötigten Kontakte zu konservieren und bei Bedarf zu aktivieren.

03. Poet

Nichts bleibt im Gedächtnis länger haften als Reime. Überlege dir zu jedem Namen einen passenden Reim. Füge bei Bedarf Elemente ein, die in Verbindung mit dem Gesprächspartner stehen, z.B. „Der blonde Marc – ist äußerst stark!“ oder „Frau Petra Stock, hört gerne Rock!“

02. Morgengymnastik

Namen merken ist eine Fähigkeit, die du permanent trainieren und immer weiter perfektionieren musst. Eine wirkungsvolle Übung für dich besteht darin, dir morgens gleich nach dem Aufstehen all jene Personen mit ihren Namen vorzustellen, die du am Tag zuvor getroffen hast, z.B. Arbeitskollegen, Nachbarn, Verwandte, usw.

01. Namensbestie

Eine weitere sehr wirkungsvolle Übung ist es, einmal in der Woche die Fotos von deinen Kontakten z.B. in deinem Facebook, Google+ oder LinkedIn-Account anzuschauen und den dazugehörigen Namen zu erraten.

Verdecke die Namen am besten mit einem Blatt Papier … oder setzt dich soweit weg, dass du die Namen kaum mehr lesen kannst, aber die Fotos noch einigermaßen gut erkennst.

Mache diese Übung so lange, bis du jedem Foto den passenden Namen zuordnen kannst.

Nicht mehr zu helfen

Falls alle Stricke reißen, bleibt dir nichts anderes übrig, als deinen Gesprächspartner noch einmal höflich um die Wiederholung seines Namens zu bitten. Das solltest du übrigens nur einmal machen. Ein weiteres Mal nach dem Namen zu fragen, wirkt extem unhöflich und unprofessionell!

Weitere Tipps

Was sind deine Tipps und Tricks, um in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Namen von neuen Gesprächspartnern richtig zu behalten.

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