Wissen ist gut, Handeln ist besser!

Wissen_Handeln
Foto: Alexander Witt, benötigte Lesezeit: 5 Minuten, 1 Template

Nützliches Wissen

Wissen und Handeln sind zwei unterschiedliche paar Schuhe. Das ist für dich nichts Neues. Du weißt z.B. ganz genau:

  • Wenn du abnehmen willst, musst du dich gesund ernähren und regelmäßig Sport treiben.
  • Wenn du einen aktiven Freundeskreis haben willst, musst du deine Freundschaften regelmäßig pflegen und weiterentwickeln.
  • Wenn du beruflich erfolgreich sein willst, musst du die Extrameile gehen und in deine Weiterbildung investieren.

So weit, so gut.

Widersprüchliches Handeln

Und, wie handelst du tatsächlich? Hier ein paar Annahmen:

  • Du machst es dir auf der Couch gemütlich, stopfst reuelos Junk Food in dich hinein und schaust dir dabei Fernsehsendungen über die neuesten Bauch-Weg-Diäten an.
  • Du surfst abends stundenlang im Internet herum, gehst am Wochenende kaum aus und bist ganz stolz darauf, dass du auf Facebook schon mehr als 1.000 „Freunde“ hast.
  • Du drückst dich auf der Arbeit vor größeren Herausforderung, hast keine Lust darauf, deine Wochenenden für Seminare zu opfern, … und glaubst fest daran, durch das Lesen von Karriereratgebern eines Tages in das Top Management deines Unternehmens aufzusteigen.

Kommt dir das irgendwie bekannt vor?

Wissen aus Büchern, Internetartikeln oder Fernsehsendungen aufzusaugen ist zwar noch immer besser als nichts tun … Doch wenn du dieses Wissen niemals anwendest, bleibt es für immer nichts anderes als heiße Luft.

Unsichtbarer Bremsklotz

Was genau hält dich eigentlich davon ab, dein Wissen zu realisieren?

Versuche nicht zu schummeln. Hier ein paar Hinweise:

  • Es ist unsichtbar.
  • Es steckt tief in dir drin.

Hast du schon eine Idee?

Es ist deine Angst … Genauer genommen ist es deine Furcht vor dem Versagen, Ablehnung oder Enttäuschung:

  • Mit Freunden etwas zu unternehmen erfordert Tatendrang, Kreativität und die Bereitschaft zu Kompromissen. Du könntest auf Ablehnung stoßen.
  • Wochenenden für Seminare zu opfern ist eine riskante Investition. Du weißt nicht, ob sie sich auszahlen wird. Du könntest bitter enttäuscht werden.

Deine Angst wirkt wie ein unsichtbarer Bremsklotz, der dich davon abhält dein Wissen in die Tat umzusetzen.

Wissensfalle

Deine Angst vor dem Scheitern, Ablehnung oder Enttäuschung macht dich unsicher.

Du wirst dazu angespornt, noch mehr Wissen aus Büchern, Internet und Fernsehen aufzusagen … in der naiven Hoffnung, eines Tages alles zu wissen, was wichtig ist, um mit dem Handeln zu beginnen.

Genau in diesem Moment tappst du aber in die Wissensfalle. Denn das Leben ist aufgrund der vielen Abhängigkeiten viel zu komplex, um es von A bis Z zu durchschauen. Du würdest dafür Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte brauchen. Zeit, die du nicht hast.

Fang einfach an, dein Wissen schon heute in die Tat umzusetzen, weil du ansonsten zu viel Zeit und irgendwann auch den Überblick verlierst.

Befreie dich aus der Wissensfalle.

Wirksame Gegenmaßnahmen

Was kannst du konkret tun? … Hier eine Anleitung in 5 Schritten:

5. Identifiziere erstrebenswertes Wissen

Identifiziere Wissen, das du grundsätzlich für erstrebenswert hältst, jedoch bisher noch nie umgesetzt hast.

Denke scharf nach. Manchmal ist es so offensichtlich, dass du es leicht übersiehst.

Schreib es am besten auf einem Blatt Papier auf. Du kannst dazu gerne mein Template nutzen.

In meinem Fall war es z.B. „Übung macht den Meister!“ beim Thema Kochen.

4. Entlarve widersprüchliches Handeln

Entlarve dein widersprüchliches Handeln, das von deinem erstrebenswerten Wissen vollkommen abweicht.

Frage dich, was du aktuell komplett anders machst, obwohl du ganz genau weißt, dass dein Handeln nicht zielführend ist.

Anstatt selbst zu kochen, habe ich mir z.B. einen Berg an Kochbüchern zugelegt oder stundenlang Kochsendungen auf YouTube angeguckt … Zu einem soliden Koch hat mich das aber nicht gemacht.

3. Stelle dich deiner Angst

Stelle dich deiner Angst, die die Umsetzung deines Wissens verhindert. Davonlaufen ist zwecklos.

Sei dabei so präzise wie möglich. Spiel nicht den Helden. Ich weiß, dass es sehr weh tun kann, sich seine Ängste einzugestehen.

Ich habe mich beispielsweise lange vor dem Kochen gedrückt, weil ich Angst hatte, es würde keinem schmecken.

2. Ergreife Gegenmaßnahmen

Überlege dir genau, welche Maßnahmen du ergreifen kannst, um deine Angst zu besiegen. Konzentriere dich jedoch nur auf die aus deiner Sicht wichtigsten 2 bis 3 Maßnahmen.

Es geht darum Geschwindigkeit aufzubauen, anstatt sich in allen denkbaren Details zu verlieren.

In meinem Fall war es definitiv nicht die richtige Lösung noch mehr Kochbücher zu kaufen und weitere Kochsendungen anzuschauen … Amateurköche aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis nach Tipps und Tricks zu fragen und mich anzubieten, für bestimmte Anlässe (z.B. Geburtstag, Dinner, usw.) etwas zu kochen, brachte jedoch viel größere und schnellere Erfolge.

1. Fang an zu handeln

Handle JETZT SOFORT … nicht morgen, nicht übermorgen oder in einer Woche.

Getreu dem Motto von Mark Twain: „Do the thing you fear most and the death of fear is certain.“

Sobald du nur einen Funken Klarheit darüber hast, was du machen willst, mache es auch. Warte nicht zu lange. Es ist immer besser sofort zu starten, auf die Nase zu fallen und einen neuen Anlauf zu unternehmen, als sich Ewigkeiten auf den Sankt Nimmerleinstag vorzubereiten. Denn jeder Fehlversuch bereichert dich um eine weitere wertvolle Erfahrung, die dir kein Buch, kein Internetartikel und kein Fernsehbeitrag bieten kann.

Das Gleiche gilt übrigens auch für diesen Artikel. Wenn du das hier Gelernte nicht umsetzt, bleibt bei dir alles beim Alten und du tappst in die Wissensfalle.

In meinem Fall erfolgte die Überwindung meiner Kochangst durch die Kreation einer leckeren Hokkaido-Kürbiscreme-Suppe mit frischer Minze, Balsamico Creme und gerösteten Kürbiskernen, die ich mit gutem Gewissen auch in jedem besseren Restaurant servieren und dafür einen horrenden Preis verlangen könnte (s. Foto).

Lerne frühzeitig unter Unsicherheit zu entscheiden und zu handeln. Du wirst nie genug Wissen aufsaugen können, um alles überblicken zu können.

Was hält dich davon ab, dein Wissen umzusetzen?

Welche Ängste halten dich davon ab, dein Wissen in die Tat umzusetzen? Wie willst du deinen Ängsten schon heute die Stirn bieten? Teile deine Tipps und Tricks anderen Lesern im Kommentarfeld mit.

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8 Responses to “Wissen ist gut, Handeln ist besser!”

  1. Tobi Februar 12, 2013 at 11:31 am #

    Interessanter Artikel. Aber bevor ich jetzt mit der Umsetzung beginne, lese ich lieber erstnoch die anderen,verlinkten, Artikel. ..

    Ich konnte mich gut wiederfinden.;-)

    • Alexander Witt Februar 14, 2013 at 7:29 am #

      @Tobi: Freut mich natürlich sehr, dass du dir auch die anderen Artikel durchliest … solange du die dort vorgestellten Tipps auch in die Tat umsetzt 😉

      Ganz im Ernst … Hast du dich schon gefragt, was dich davon abhält, dein Wissen zu realisieren?

      Vermute mal, dass es die Befürchtung ist, etwas Wichtiges zu verpassen … Mir geht es da manchmal nicht viel anders.

      Gib dir einen Ruck. Nutze das Template, um die Widersprüche transparant zu machen und fang an zu handeln, anstatt nur Wissen zu sammeln 😉

      Wünsche dir einen wunderbaren Start in den Tag!

      • ame März 7, 2013 at 7:50 pm #

        jjepp – auch ich finde mich wieder und: es ist mangelnde disziplin des durchaltens :-(

        • Alexander Witt März 8, 2013 at 5:08 pm #

          @ame: Welche Konsequenzen ziehst du aus dieser Erkenntnis? 😉

          • ame März 8, 2013 at 6:42 pm #

            ganz ehrlich? aktuell bekomm ich die kurve nicht und warte uff ne wunderpille oder ähnlich. grummel

          • Alexander Witt März 14, 2013 at 10:54 pm #

            @ame: Ha, ha, klingt nicht gerade nach einem vielversprechenden Plan 😉

            Diese Pille kannst nur du selbst kreieren … Folge einfach den 5 oben beschriebenen Schritten.

            Wünsche dir gutes Gelingen :-)

  2. Melis Juli 18, 2014 at 12:27 pm #

    Ich habe deine Seite durch Zufall entdeckt und finde sie super – all deine EInträge! Aber oft hinterfrage ich das : wenn nicht .. wenn es nicht klappt, bzw.bei Ablehnungen, wie reagiert man darauf? Wäre super, wenn du darauf auch eingehen könntest. <Sonst TOP! Bin begeistert

    • Alexander Witt August 12, 2014 at 11:03 pm #

      @Melis: Ablehnung tut weh. Besonders dann, wenn du diese nicht erwartest, z.B. von einem guten Freund oder einem langjährigen Geschäftspartner.

      In deinem Kopf bricht in diesem Moment die ganze Welt zusammen. Du verlierst den Glauben an das Gute und kannst kaum noch etwas sagen.

      Das Zweitbeste, was du tun kannst, ist, dich auf diesen schmerzhaften Moment vorzubereiten, indem du dir vorab das Schlimmste ausmalst, was dir passieren kann. Schreibe alles auf, was dir in den Sinn kommt, z.B. dein bester Freund kündigt dir die Freundschaft oder dein langjähriger Geschäftspartner verweigert dir die Unterstützung. Überlege dir zu jeder Situation mögliche Gegenmaßnahmen, um deine Alpträume wieder in Luft aufzulösen.

      Das Erstbeste, was tun kannst, ist, regelmäßig „harmlose“ Ablehnungssituationen zu provozieren, um den Umgang mit Ablehnung zu üben und dich dagegen abzuhärten. Geh morgen z.B. zum nächsten Starbucks und verlange auf dein Lieblingsgetränk 20% Rabatt. Du wirst mit deiner Forderung mit großer Wahrscheinlichkeit scheitern. Lass dich davon nicht beeindrucken. Halte inne. Atme tief ein und wieder aus. Beobachte, was in dir vorgeht. Bleib ruhig. Lass los. Das wichtigste ist, dass du Ablehnung erfährst. Beim nächsten Mal kannst du gerne mit einer schlagfertigen Antwort kommen, z.B. „Ich bin Stammkunden“, auch wenn sie dir nicht weiterhilft. Hauptasche ist, dass du dich durch solche Übungen immer weiter aus deiner Komfortzone heraus traust. Hier findest du weitere Übungen.

      Hoffe, das hilft dir weiter.

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